Theodor Heuss
31. Januar 1884 - 12. Dezember 1963Theodor Heuss ist 1918 Mitbegründer der Deutschen Demokratischen Partei (DDP), für die er von 1924 bis 1933 dem Reichstag angehört. Der liberale Politiker und politische Publizist lehrt von 1920 bis zu seinem Lehrverbot 1933 als Dozent an der Berliner Hochschule für Politik. In öffentlichen Reden und warnenden Schriften („Hitlers Weg”, 1932) tritt er der NS-Bewegung wiederholt entgegen. Nach einer Reichstagsdebatte im Mai 1932 entdeckt Theodor Heuss im Wirtschafts- und Währungsprogramm der Nationalsozialisten „nichts als theoretischen Unsinn”. Er vertritt die Auffassung, die Ausstattung des „Dritten Reiches” werde aus „neulackierten und aufgeputzten Ladenhütern der wilhelminischen Epoche” bestehen. 1933 beugt er sich der Mehrheit seiner Parlamentsfraktion, die wie alle bürgerlichen Parteien dem „Ermächtigungsgesetz” zustimmt. Nach einem Publikationsverbot ist seine Tätigkeit in der Öffentlichkeit beendet. Unter einem Pseudonym wird er ständiger Mitarbeiter der liberalen „Frankfurter Zeitung”. Daneben widmet er sich der Erarbeitung biographischer Werke, z. B. über den Theologen und Politiker Friedrich Naumann und den Industriellen, Ingenieur und Erfinder Robert Bosch. Theodor Heuss hält Kontakt zu Personen des aktiven Widerstands, darunter auch zu Julius Leber. Nach Kriegsende wird er 1945 Kultusminister in Württemberg-Baden. Er ist Mitbegründer und 1. Vorsitzender der FDP und wird 1949 zum ersten Bundespräsidenten gewählt. Theodor Heuss stirbt 1963 in Stuttgart.
