Robert Lehr
20. August 1883 - 13. Oktober 1956Robert Lehr tritt nach einem Studium der Rechtswissenschaft 1913 in den Verwaltungsdienst der Stadt Düsseldorf und wird 1924 zum Oberbürgermeister gewählt. 1933 wird er abgesetzt und für mehrere Monate inhaftiert. Er gehört als Mitglied der Deutschnationalen Volkspartei DNVP und als Vorstandsmitglied des Deutschen und Preußischen Städtetages zum Bekanntenkreis von Carl Friedrich Goerdeler. In seinem Düsseldorfer Haus treffen sich regelmäßig Regimegegner und erörtern Grundfragen der politischen Ordnung, aber auch der Verwaltungspraxis und der Neuorganisation von Wirtschaft und Gewerkschaften. Durch seine persönlichen Verbindungen stellt er Kontakte zu verschiedenen Widerstandskreisen her. Lehr bildet deshalb bis in die vierziger Jahre den politischen Mittelpunkt des nach ihm benannten Düsseldorfer Widerstandskreises, will aber auch durch gemeinsame Bibelarbeit die konfessionelle Spaltung mildern. Weil die Gestapo durch ihre Spitzel über die Gespräche im Hause von Robert Lehr informiert ist, werden die Treffen 1943 eingestellt. Lehr kann das Kriegsende überleben und zählt zu den Mitbegründern der CDU in der Britischen Zone.
