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Karl Höltermann

20. März 1894 - 03. März 1955
Karl Höltermann Karl Höltermann 

Der Schriftsetzer Karl Höltermann ist zunächst Volontär bei der Fränkischen Tagespost, dann Redakteur beim Sozialdemokratischen Pressedienst in Berlin. 1920 beruft ihn die „Magdeburger Volksstimme“ zum politischen Redakteur. Er übernimmt bald die Position des Chefredakteurs. Höltermann ist die treibende Kraft bei der Gründung der Republikschutzorganisation Reichsbanner Schwarz Rot Gold und wird deren stellvertretender Bundesvorsitzender. Er leitet ehrenamtlich die in Magdeburg erscheinende Bundeszeitung „Das Reichsbanner“ und gehört der Wehrkommission der SPD an. Als nach der Septemberwahl 1930 die NSDAP mit 107 Abgeordneten in den Reichstag einzieht, gründet er die Schutzformationen des Reichsbanners. Ab Dezember 1931 ist er zunächst kommissarischer Vorsitzender des Reichsbanners, seit April 1932 Bundesvorsitzender. Gleichzeitig ist er einer der Organisatoren der Eisernen Front. Am 19. Februar 1933 hält er vor dem Berliner Schloss seine letzte große Rede. In den folgenden Monaten wird er von der SA gesucht, so dass er im Mai 1933 emigriert. Über die Niederlande und das Saargebiet geht er 1935 nach London. Vergeblich bemüht er sich um die Reorganisation des Reichsbanners. Seine Versuche, eine Gegenposition zum Exil-Vorstand der SPD aufzubauen, bleiben erfolglos. 1942 zieht sich Karl Höltermann aus der Exilpolitik zurück. Nach 1945 besucht er mehrfach Westdeutschland, kehrt jedoch nicht mehr nach Deutschland zurück.

Literatur

  • Martin Schumacher (Hrsg.): M.d.R. Die Reichstagsabgeordneten der Weimarer Republik in der Zeit des Nationalsozialismus. Politische Verfolgung, Emigration und Ausbürgerung, 1933 – 1945. Eine biographische Dokumentation. 3., erheblich erweiterte und überarbeitete Auflage. Düsseldorf 1994
  • Für eine starke Republik! Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold 1924 – 1933. Katalog zur Ausstellung. Hrsg. von der Gedenkstätte  Deutscher Widerstand. 2., unveränderte Auflage. Berlin 2008