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Hans Karl Fritzsche

03. Januar 1914 - 08. Juni 1999
Hans Karl Fritzsche Hans Karl Fritzsche 

Hans Karl Fritzsche, der Sohn eines Werkmeisters, macht 1933 sein Abitur. Er studiert Geschichte, Philosophie und Kriegswissenschaften in Heidelberg und Berlin und schließt sein Studium 1936 mit Promotion ab. Er schlägt eine Offizierslaufbahn ein, zunächst beim Infanterie-Regiment 9 in Potsdam. Im Zweiten Weltkrieg wird er als Infanterieoffizier bei den Feldzügen in Frankreich und der Sowjetunion eingesetzt. Nachdem er beim Ostfeldzug die Verbrechen der nationalsozialistischen Kriegführung unmittelbar miterlebt, wird er zum Gegner des NS-Regimes. Er lernt bei einem Lazarettaufenthalt in Freiburg seine spätere Ehefrau Anneli Schmieding kennen. Zurück in Potsdam wird er als stellvertretender Kommandeur des Ersatzheeres eingesetzt und kommt in Kontakt mit Fritz-Dietlof Graf von der Schulenburg, der ihn in den Kreis der Verschwörer gegen Hitler einbezieht. Am 20. Juli 1944 fungiert Fritzsche im Bendlerblock in Berlin als einer der zahlreichen Helfer des Umsturzversuchs. Er wird am 21. Juli 1944 festgenommen, zunächst in der Gestapo-Leitstelle in der Französischen Straße verhört und dann im Zellengefängnis Lehrter Straße inhaftiert. Nach einer Verlegung nach Tegel wird er erneut in das Zellengefängnis gebracht. Ohne Prozess wird Fritzsche nach einiger Zeit freigelassen und begibt sich zu seinem Regiment nach Potsdam, wo er wieder als Bataillonskommandeur eingesetzt wird. Fritzsche gerät an der tschechoslowakischen Front in sowjetische Kriegsgefangenschaft, aus der er 1948 entlassen wird.

Literatur

  • Hans Karl Fritzsche: Ein Leben im Schatten des Verrates. Erinnerungen eines Überlebenden an den 20. Juli 1944. Freiburg im Breisgau u. a. 1984
  • Ines Reich: Potsdam und der 20. Juli 1944. Auf den Spuren des Widerstandes gegen den Nationalsozialismus. Begleitschrift zur Ausstellung des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes und des Potsdam-Museums. Freiburg im Breisgau 1994, S. 72 ff.