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Hans Jahn

29. August 1885 - 10. Juli 1960
Hans Jahn Hans Jahn 

Bereits 1930 warnt Hans Jahn in London vor dem Nationalsozialismus. Er widersetzt sich 1933 als Mitglied im Hauptvorstand des Einheitsverbandes der Eisenbahner der Auflösung der Gewerkschaften durch die Nationalsozialisten. Jahn kann mit Hilfe einer geretteten Mitgliederkartei eine gewerkschaftliche Widerstandsgruppe im Rhein-Ruhr-Gebiet aufbauen, die eng mit der Internationalen Transportarbeiter-Föderation (ITF) zusammenarbeitet. 1935 deckt die Gestapo diese Geheimorganisation auf und verhaftet Hans Jahn. Nach seiner Freilassung flieht er im Sommer 1935 über Prag nach Amsterdam und wird 1936 nach Belgien ausgewiesen. Mit Unterstützung der ITF stellt Jahn immer wieder Kontakte zu früheren Gewerkschaftsfunktionären in Deutschland her und gibt zwischen 1936 und 1938 eine Oppositionszeitschrift für Reichsbahnangehörige heraus. 1940 flieht er über Spanien und Portugal nach London und baut dort eine unabhängige Gewerkschaftsgruppe auf, die sich zwei Jahre später der Landesgruppe deutscher Gewerkschafter in Großbritannien anschließt. Hans Jahn kehrt 1945 nach Deutschland zurück und wird nach 1949 zum Vorsitzenden der Gewerkschaft der Eisenbahner Deutschlands gewählt.

Literatur

  • Michael Rudloff: Hans Jahn (1885 - 1960). Sozialdemokratischer Gewerkschafter in amerikanischer Uniform, in: Michael Rudloff/Mike Schmeitzner (Hrsg.): "Solche Schädlinge gibt es auch in Leipzig." Sozialdemokraten und die SED. Frankfurt a.M. u.a. 1997, S. 174ff