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Dagmar Petersen

10. September 1920 - 22. Juli 2010
Dagmar Petersen Dagmar Petersen 

Dagmar Petersen wird in Berlin geboren. Die Mutter ist jüdisch, der Vater nicht-jüdisch, weshalb sie in der Zeit des Nationalsozialismus als „Mischling ersten Grades” gilt. Sie besucht die Rütli-Schule und anschließend die Elbeschule, wo sie im Jahr 1936 ihren Realschulabschluss macht. 1932 ist sie dem kommunistischen Jugendverband der „Jungpioniere” beigetreten, der 1933 verboten wird. Nach der Absolvierung ihres „Pflichtjahres” – ein 1938 eingeführter, einjähriger Arbeitsdienst für Frauen unter 25 Jahren in Land- oder Hauswirtschaft – beginnt Dagmar Petersen als Stenotypistin zu arbeiten. Bei einem Klassentreffen ehemaliger Rütli-Schüler im Januar 1940 trifft sie Hanno Günther wieder, der sie fragt, ob sie interessiert sei, in seiner Widerstandsgruppe mitzuarbeiten. Dagmar Petersen nimmt an den Gruppenabenden in der Wohnung von Hannos Eltern teil, wo sie den verbotenen Londoner Rundfunk abhören. In deutscher Sprache wird dort über den Kriegsverlauf berichtet und über andere Ereignisse, die in der Berichterstattung der Nationalsozialisten verfälscht oder ganz verschwiegen werden. Anschließend redet die Gruppe über das Gehörte, während im Radio zur Tarnung wieder ein deutsches Programm läuft. Sie diskutieren auch verbotene politische Bücher und verbreiten Flugblätter. Dagmar Petersen wird am 7. August 1941 festgenommen und in das Untersuchungsgefängnis Berlin-Charlottenburg gebracht. Der Prozess vor dem „Volksgerichtshof” findet erst über ein Jahr später im Oktober 1942 statt. Der Richter verurteilt sie wegen Beihilfe zur „Vorbereitung zum Hochverrat” zu sieben Jahren Zuchthaus. Die anderen, die mit ihr angeklagt sind, werden zum Tod verurteilt.

Literatur

  • Volker Hoffmann: Hanno Günther, ein Hitler-Gegner 1921 - 1942. Geschichte eines unvollendeten Kampfes. Berlin 1992
  • Kurt Schilde: Jugendopposition 1933 - 1945. Ausgewählte Beiträge. Berlin 2007