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Charlotte Heile

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Charlotte Heile Charlotte Heile 

Charlotte Heile wird 1926 in Bremen geboren. Ihr Vater ist Journalist und findet nach 1933 Arbeit in Hamburg. Die Mutter arbeitet als kaufmännische Angestellte und zeitweise als Straßenbahnschaffnerin. Charlotte Heile wächst in Hamburg-Altona auf. Ab 1941 besucht sie die Kunstschule am Lerchenfeld in Hamburg. Dort fertigt sie, als Reaktion auf einen die Swing-Jugendlichen verunglimpfenden Zeitungsartikel, zusammen mit einer Kollegin ein Plakat an. Dieses Plakat wird unter den Swing-Jugendlichen die "Rolle" genannt und auf Tanzveranstaltungen und Partys heimlich gezeigt. Das Plakat ist mit einen NS-kritischen Text und mehreren Zeichnungen versehen. Im Mai 1942 wird Charlotte Heile von der Gestapo festgenommen und kommt ins Gefängnis nach Fuhlsbüttel. Bei ihrer Verhaftung wird die "Rolle" von der Gestapo nicht gefunden, denn die Mutter von Charlotte Heile kann sie verstecken. Später gibt die Mutter die "Rolle" an die Gestapo, in der Hoffnung ihrer Tochter damit helfen zu können. Den Text hat sie vorab vernichtet und lediglich die Zeichnungen auf dem Plakat belassen. Nach drei Wochen kann Charlotte Heile das Gefängnis verlassen. Bereits während ihrer Haftzeit wird Charlotte Heile von der Kunsthochschule geworfen. Ihr Vater klagt dagegen und erreicht, dass das Hochschulverbot aufgehoben wird. 1945 verläßt Charlotte Heile die Kunsthochschule ohne Abschluss und lebt bis zu ihrem Tod in Hamburg.

Literatur

  • Wolfgang Beyer/Monica Ladurner: Im Swing gegen den Gleichschritt. Die Jugend, der Jazz und die Nazis. St. Pölten 2011
  • Michael Kater: Gewagtes Spiel. Jazz im Nationalsozialismus. München 1998
  • Sascha Lange: Meuten, Swings und Edelweißpiraten. Jugendkultur und Opposition im Nationalsozialismus. Mainz 2015
  • Franz Ritter (Hrsg.): Heinrich Himmler und die Liebe zum Swing. Erinnerungen und Dokumente. Leipzig 1994