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Walter Klingenbeck

30. März 1924 - 05. August 1943
Walter Klingenbeck Walter Klingenbeck 

Der Münchener Mechanikerlehrling Walter Klingenbeck sammelt 1941 einen Kreis katholischer Jugendlicher um sich. Die Freunde verbindet die Ablehnung des NS-Regimes. Klingenbeck, Daniel von Recklinghausen, Hans Haberl und Erwin Eitel bauen einen kleinen Rundfunksender und verbreiten oppositionelle Nachrichten, die sie beim Abhören ausländischer "Feindsender" erfahren haben. Sie planen, selbstverfasste Flugblätter mit einem ferngesteuerten Modellflugzeug abzuwerfen. Klingenbeck malt mit schwarzer Ölfarbe das "Victory"-Zeichen, ein Symbol für den Sieg der Alliierten, auf Hauswände und Straßenschilder. Er wird im September 1942 vom "Volksgerichtshof" zum Tode verurteilt und am 5. August 1943 in München-Stadelheim ermordet. Seine Freunde werden einige Tage nach ihrem Todesurteil zu einer achtjährigen Zuchthausstrafe begnadigt.

Unmittelbar vor seiner Ermordung schreibt Walter Klingenbeck an Hans Haberl: "Lieber Jonny! Vorhin habe ich von Deiner Begnadigung erfahren. Gratuliere! Mein Gesuch ist allerdings abgelehnt. Ergo gehts dahin. Nimms net tragisch. Du bist ja durch. Das ist schon viel wert. Ich habe soeben die Sakramente empfangen und bin jetzt ganz gefaßt. Wenn Du etwas für mich tun willst, bete ein paar Vaterunser. Leb wohl. Walter"

Literatur

  • Franziska Rehm: Jugendwiderstand gegen das NS-Regime am Beispiel des Münchners Walter Klingenbeck. München 2008
  • Walter Klingenbeck: 30. März 1924, (19. September 1935), 26. Januar 1942, (3. Juni 1942), 24. September 1942, 5. August 1943; Dokumentation zur Einweihung des "Walter-Klingenbeck-Wegs" in der Maxvorstadt am 24. Januar 1998. München 1998
  • Jürgen Zarusky: "... nur eine Wachstumskrankheit"? Jugendwiderstand in Hamburg und München. In: Dachauer Hefte, Nr. 7: Solidarität und Widerstand. Dachau 1991
  • Karl-Heinz Jahnke: Jugend im Widerstand 1933-1945. Frankfurt am Main 1985, S. 127 ff.