Biografie
Irma Götze
03. Dezember 1912 - 07. März 1980Die 1912 geborene Kinderpflegerin Irma Götze ist Mitglied der anarcho-syndikalistischen Freien Arbeiter-Union Deutschlands (FAUD) und bei den Leipziger Meuten, Gruppen vor allem jugendlicher Oppositioneller, aktiv. Im Untergrund agiert sie als Kurierin und Grenzgängerin in die Tschechoslowakei. Sie wirkt auch an der Herstellung illegaler Schriften mit. 1935 flieht Irma Götze nach Spanien und nimmt 1936 am Spanischen Bürgerkrieg in Katalonien teil. Besonders engagiert sie sich in der politischen Arbeit der deutschen Anarcho-Syndikalisten in Barcelona und bei der Versorgung der Milizionäre. Im Mai 1937 wird sie von der sowjetischen Geheimpolizei GPU festgenommen, in das berüchtigte Geheimgefängnis Puerta del Angel verschleppt und später in ein Frauengefängnis überführt. Nach ihrer Freilassung emigriert Irma Götze 1938 nach Frankreich. Dort wird sie 1940 und 1941 in den Lagern Gurs, Argelès-sur-Mer und Rivesaltes als „feindliche Ausländerin“ interniert und gerät schließlich in die Hände der Gestapo. Das Oberlandesgericht Dresden verurteilt sie 1942 wegen der illegalen Arbeit für die FAUD zu einer Zuchthausstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten. Nach deren Verbüßung im Zuchthaus Waldheim wird sie in das Konzentrationslager Ravensbrück verschleppt. Dort trifft Irma Götze nach neun Jahren ihre Mutter Anna wieder, die bereits acht Jahre inhaftiert ist. Beide überleben das Kriegsende.
