Ernst Busch

22. Januar 1900 - 08. Juni 1980
Ernst Busch Ernst Busch 

Ernst Busch erlernt den Beruf eines Schlossers auf der Kieler Germania-Werft, wo er 1918 am Matrosenaufstand teilnimmt. Seit 1920 ist er als Schauspieler tätig und arbeitet ab 1926 in Berlin u.a. mit Max Reinhardt und Bertolt Brecht zusammen. Bekannt und populär wird Busch als Sänger politischer Lieder vor allem auf kommunistischen Veranstaltungen. Am 9. März 1933 flieht Busch in die Niederlande, wo er bei Radio Hilversum arbeitet. Weitere Stationen des Exils führen ihn nach Belgien, Frankreich, in die Schweiz und 1935 nach Moskau, wo er für den Rundfunksender der Komintern tätig ist. Vom Januar 1937 bis zum August 1938 arbeitet er als Künstler für die Internationalen Brigaden in Spanien. 1938 beteiligt er sich an Konzerten, die in Belgien zur Unterstützung der Spanienkämpfer und jüdischer Flüchtlinge aus Deutschland organisiert werden. Am 10. Mai 1940 wird Busch in Antwerpen festgenommen und nach Frankreich deportiert, wo er in den Lagern St. Cyprien und Gurs interniert ist. Beim Versuch, im Januar 1943 in die Schweiz zu fliehen, wird er von der Polizei der Vichy-Regierung festgenommen und an die Gestapo ausgeliefert. Während der Haft in Berlin wird Busch bei einem Luftangriff schwer verletzt, seine linke Gesichtshälfte ist seither gelähmt. Am 15. März 1944 wird Busch vom Kammergericht Berlin zu nur 3 Jahren Zuchthaus verurteilt, da das Beweismaterial durch den Luftangriff verloren gegangen ist. Am 27. April 1945 wird er im Zuchthaus Brandenburg-Görden befreit. Bis zu seinem Tod 1980 gehört Ernst Busch zu den prominentesten Sängern und Schauspielern der DDR.

Literatur

  • Karl Siebig/Ludwig Hoffmann: Ernst Busch. Eine Biographie in Texten, Bildern und Dokumenten. Berlin 1987
  • Karl Siebig: „Ich geh mit dem Jahrhundert mit“. Ernst Busch. Eine Dokumentation. Reinbek 1980
  • Jochen Voit: Er rührte an den Schlaf der Welt. Ernst Busch - Die Biographie. Berlin 2010