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Konrad Latte

05. Mai 1922 - 2005
Konrad Latte Konrad Latte 

Der angehende Musiker Konrad Latte aus Breslau nimmt Orgelunterricht, solange ihm das als Jude möglich ist. Eine Auswanderung gelingt der Familie nicht. Konrad Latte muss in Breslau Zwangsarbeit leisten. Ende Februar 1943 taucht die Familie unter. Nachdem sie einige Tage bei einer Bekannten unterkommen, wagen sie die Bahnfahrt nach Berlin. Die Familie kann einige Wochen bei der Schauspielerin Ursula Meißner in Berlin-Prenzlauer Berg bleiben, bis Nachbarn sie auf das „jüdische Aussehen” ihrer angeblich ausgebombten Freunde ansprechen. Die Familie muss sich trennen. Konrad Latte kann als Organist im Krematorium Wedding Geld verdienen. Anfang Oktober 1943 geraten er und seine Eltern in eine Razzia und werden verhaftet. Vom Sammellager in der Großen Hamburger Straße aus werden Margarete und Manfred Latte bald darauf nach Auschwitz deportiert und dort ermordet. Konrad Latte kann am 23. November 1943 aus dem Sammellager fliehen. Der Berliner Gefängnisseelsorger Harald Poelchau, der die Familie Latte schon länger unterstützt, stellt ihm gefälschte Bescheinigungen aus. Ab Frühjahr 1944 kann Latte unter dem Tarnnamen Bauer die musikalische Leitung beim Hessischen Volkstheater übernehmen. Dort lernt er die Sopranistin Ellen Brockmann kennen und lieben. Als im September 1944 alle Theater geschlossen werden, bringt sie Konrad Latte in ihrem Heimatort Homburg unter und gibt ihn als ihren Verlobten aus. Ende April 1945 heiratet das Paar, bekommt eine Tochter und kehrt nach Berlin zurück.

Literatur

  • Peter Schneider: Und wenn wir nur eine Stunde gewinnen. Wie ein jüdischer Musiker die Nazi-Jahre überlebte. Berlin 2001