Thomas Mann

06. Juni 1875 - 12. August 1955
Thomas Mann Thomas Mann 

Der international renommierte Schriftsteller Thomas Mann, 1929 mit dem Nobelpreis ausgezeichnet, ist lange vor der Machtübernahme Hitlers als konsequenter Gegner des Nationalsozialismus bekannt. Angesichts des nationalsozialistischen Wahlerfolges warnt Thomas Mann bereits im Oktober 1930 in seiner Berliner Rede „Appell an die Vernunft“ vor dem drohenden Rückfall in die Barbarei. Er ist seitdem starken Anfeindungen der politischen Rechten ausgesetzt. Im Februar 1933 kehrt er von einer Vortragsreise nicht mehr nach Deutschland zurück. 1936 wird ihm und seiner Familie die deutsche Staatsbürgerschaft aberkannt. Mann hält sich zunächst in Frankreich, später in der Schweiz auf und setzt im Exil seine publizistische Tätigkeit fort. Zwischen 1937 und 1940 gibt er in Zürich gemeinsam mit dem Schweizer Publizisten Konrad Falke die kulturell-literarisch orientierte Exil-Zeitschrift „Maß und Wert“ heraus. Seit 1938 in den Vereinigten Staaten lebend, hilft Mann zahlreichen Emigranten, dem nationalsozialistischen Terror zu entkommen, und setzt sich immer wieder persönlich für eine Verbesserung der Lage der deutschen Flüchtlinge in den USA ein. Die Mitgliedschaft in politischen Exil-Organisationen wie dem Council for a Democratic Germany lehnt er jedoch strikt ab. Erst 1952 kehrt Thomas Mann nach Europa zurück. Er lebt bis zu seinem Tod im August 1955 in der Schweiz.

Literatur

  • Thomas Mann im Urteil seiner Zeit. Dokumente 1891 - 1955. Hamburg 1969
  • Martina Hoffschulte: „Deutsche Hörer!“ Thomas Manns Rundfunkreden (1940 bis 1945) im Werkkontext. Mit einem Anhang: Quellen und Materialien. Münster 2004 (2. Auflage)
  • Tobias Temming: „Bruder Hitler“? Zur politischen Bedeutung Thomas Manns. Essays und Reden aus dem Exil. Berlin 2008,
  • Sebastian Hansen: Betrachtungen eines Politischen. Thomas Mann und die deutsche Politik 1914 – 1933. Duisburg 2013