Rudolf-Christoph Freiherr von Gersdorff

27. März 1905 - 26. Januar 1980
Rudolf-Christoph Freiherr von Gersdorff Rudolf-Christoph Freiherr von Gersdorff 

Gersdorff beginnt seine militärische Laufbahn 1923 beim Reiterregiment 7 und wird 1933 Regimentsadjutant in Breslau. Im Herbst 1938 zur Kriegsakademie nach Berlin versetzt, nimmt er wenig später an der Besetzung des Sudetenlandes teil. Seine Einheit kommt beim Überfall der deutschen Wehrmacht auf Polen zum Einsatz, anschließend wird Gersdorff als Generalstabsoffizier bei der Westoffensive gegen Frankreich eingesetzt. Seit 1941 ist er Abwehroffizier im Stab der Heeresgruppe Mitte und gehört zum engen Kreis der Verschwörer um Henning von Tresckow. Die nationalsozialistischen Gewaltverbrechen, insbesondere der "Kommissarbefehl", erfüllen ihn mit tiefer Abscheu. Im März 1943 bieten die Feierlichkeiten zum Heldengedenktag in Berlin die Möglichkeit, einen Sprengstoffanschlag auf den Diktator vorzubereiten. Als geeigneten Ort zur Ausführung des Attentats wählen die Verschwörer das Zeughaus, wo Hitler im Rahmen der Feierlichkeiten eine Ausstellung von Beutewaffen besuchen will. Gersdorff, der bereits seit Sommer 1942 im Auftrag Tresckows begonnen hat, Sprengstoff zu beschaffen und diesen auf seine Verwendbarkeit für ein Attentat zu prüfen, stellt sich für den Anschlag zur Verfügung. Am 21. März 1943 soll Gersdorff im Berliner Zeughaus als Experte Hitler einzelne Ausstellungsstücke erläutern. Als dieser die Räumlichkeiten besichtigt, ist Gersdorff mit zwei Sprengkörpern in den Manteltaschen immer in seiner Nähe. Anders als in den Jahren zuvor verlässt Hitler jedoch dieses Mal die Ausstellung bereits nach einem raschen Rundgang. Der unvorhersehbar kurze Aufenthalt Hitlers macht das Attentat für Gersdorff unmöglich. Nach dem Scheitern seines Attentatsversuches bleibt Gersdorff auch in der Folgezeit in der militärischen Opposition aktiv, ohne dass seine Beteiligung von der Gestapo aufgedeckt wird.

Literatur

  • Hans-Adolf Jacobsen (Hrsg.): „Spiegelbild einer Verschwörung“. Die Opposition gegen Hitler und der Staatsstreich vom 20. Juli 1944 in der SD-Berichterstattung. Geheime Dokumente aus dem ehemaligen Reichssicherheitshauptamt. 2 Bde. Stuttgart 1984
  • Rudolf-Christoph von Gersdorff: Soldat im Untergang. Frankfurt am Main u.a. 1977