Max Friedrich

20. Oktober 1909 - 18. Dezember 1991
Max Friedrich Max Friedrich 

Der Sinto Max Friedrich (hier um 1941 mit seiner Frau Grete) stammt aus einer Schaustellerfamilie. Er wird 1941 zur Wehrmacht eingezogen, aber ein Jahr später aus „rassischen Gründen“ wieder ausgeschlossen. Anfang März 1943 werden er und seine Frau mit ihren fünf Kindern nach Auschwitz deportiert, wo Grete und ihr jüngstes Kind Waltraud nach kurzer Zeit ums Leben kommen. Max Friedrich ist am Aufstand am 16. Mai 1944 beteiligt und wird kurz darauf mit seinen vier überlebenden Kindern in das KZ Ravensbrück deportiert. Zusammen mit seinem Sohn Alfred kommt er in das Männerlager, die drei Töchter Sonja, Eva und Agathe werden im Frauenlager festgehalten. In Ravensbrück werden Max, Alfred und Sonja Friedrich von SS-Ärzten zwangssterilisiert. Anfang 1945 werden Max und sein Sohn Alfred in das KZ Sachsenhausen deportiert. Der Vater wird kurz vor Kriegsende von dort erneut an die vorderste Front geschickt, durch eine Mine schwer verletzt und in ein Lazarett gebracht. Alfred Friedrich kann auf einem Evakuierungsmarsch fliehen. Sonja, Eva und Agathe Friedrich kommen über das KZ Mauthausen in das KZ Bergen-Belsen, wo sie kurz vor Kriegsende von britischen Truppen befreit werden. Max Friedrich kann erst Weihnachten 1945 zu seinen Kindern zurückkehren. In den 1960er Jahren zählt seine Aussage im ersten Frankfurter Auschwitz-Prozess zu den frühen Zeugnissen des Völkermords an den Sinti und Roma Europas.

Literatur

  • Fritz Bauer Institut/Staatliches Museum Auschwitz-Birkenau (Hrsg): Der Auschwitz-Prozess. Tonbandmitschnitte, Protokolle, Dokumente. DVD/ROM. Berlin 2004
  • Romani Rose/Walter Weiss: Sinti und Roma im Dritten Reich. Göttingen 1991
  • Romani Rose: (Hrsg.): „Den Rauch hatten wir täglich vor Augen...“ Der nationalsozialistische Völkermord an den Sinti und Roma. Heidelberg 1998
  • Staatliches Museum Auschwitz-Birkenau in Zusammenarbeit mit dem Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma Heidelberg: Gedenkbuch: Die Sinti und Roma im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau. München/London/New York/Paris 1993