Marianne Hapig

05. März 1894 - 23. März 1973
Marianne Hapig Marianne Hapig 

Marianne Hapig kommt als drittes von fünf Kindern von Xaver und Luise Hapig in Hohenthurm bei Halle (Provinz Sachsen) zur Welt. Sie besucht die Schule der Franckeschen Stiftung in Halle und absolviert anschließend die Soziale Frauenschule des Katholischen Frauenbundes Deutschlands in Berlin, wo sie ihr Examen als Fürsorgerin besteht. 1921 wird sie Tuberkulose-Fürsorgerin beim Bezirksamt Berlin-Neukölln. In dieser Zeit lernt sie die Juristin Marianne Pünder kennen, mit der sie eine lebenslange Freundschaft verbinden wird.
Marianne Hapig wird 1929 als Fürsorgerin an das Berliner St. Hedwig-Krankenhaus berufen. Die gläubige Katholik lehnt den Nationalsozialismus entschieden ab. Gemeinsam mit Marianne Pünder unterstützt sie jüdische Verfolgte, die versuchen, sich der drohenden Deportation zu entziehen.
Nach dem Umsturzversuch von 20. Juli 1944 versuchen die beiden "Mariannen", den Familienangehörigen der Festgenommenen zur Seite zu stehen und ihnen Rechtsbeistand und Quartiere zu vermitteln. Gleichzeitig betreuen sie Gefangene in den Gefängnissen Tegel und in der Lehrter Straße. Hierzu gehört auch der Bruder von Marianne Pünder, der frühere Staatssekretär Hermann Pünder. Sie bringen den Häftlingen Lebensmittel, den inhaftierten Priestern und Ordensmännern aber auch Hostien und Wein für die heilige Kommunion. Es gelingt ihnen, die Manuskripte von Alfred Delp, aber auch den Abschiedsbrief von Nikolaus Groß aus dem Gefängnis Tegel zu schmuggeln.

Literatur

  • Elisabeth Prégardier (Hrsg.): Marianne Hapig. Tagebuch und Erinnerung. Annweiler 2007