Louise Schroeder

02. April 1887 - 04. Juni 1957
Louise Schroeder Louise Schroeder 

Louise Schroeder wird nach Abschluss der Mädchen-Mittelschule Stenotypistin bei einer Versicherungsgesellschaft und bildet sich in Abendkursen weiter. 1910 tritt sie der SPD bei und engagiert sich in der Frauengruppe. Bereits vor Beginn des Ersten Weltkrieges ist sie als überzeugende Rednerin und bekennende Pazifistin weit über Altona hinaus bekannt. Ab 1919 gehört sie als eines der jüngsten Mitglieder und eine der wenigen Frauen der verfassunggebenden Weimarer Nationalversammlung an und zählt mit der Einführung des Frauenwahlrechts zu den ersten weiblichen Abgeordneten. Bis 1933 bleibt sie Reichstagsabgeordnete und arbeitet wesentlich an der Sozialgesetzgebung mit, vor allem an Gesetzen zum Schutz der arbeitenden Frauen. Außerdem tritt sie für die Gleichbehandlung lediger Mütter und unehelicher Kinder sowie für die Gleichstellung von Frauen im Erwerbsleben und in Ehe und Familie ein. 1919 gründet sie gemeinsam mit Marie Juchacz die Arbeiterwohlfahrt (AWO) und wird 1925 Mitbegründerin und Dozentin der Wohlfahrtsschule der AWO in Berlin. 1933 fordert sie öffentlich dazu auf, Hitlers „Ermächtigungsgesetz“ abzulehnen. Sie verliert alle Ämter und wird durch die Gestapo überwacht. 1946 wird Louise Schröder als erste Frau Bürgermeisterin von Berlin und gehört von 1949 bis zu ihrem Tod 1957 dem Deutschen Bundestag an.

Literatur

  • Martin Schumacher (Hrsg.): M.d.R. Die Reichstagsabgeordneten der Weimarer Republik in der Zeit des Nationalsozialismus. Politische Verfolgung, Emigration und Ausbürgerung, 1933 – 1945. Eine biographische Dokumentation. 3., erheblich erweiterte und überarbeitete Auflage. Düsseldorf 1994
  • Antje Dertinger: Frauen der ersten Stunde. Aus den Gründerjahren der Bundesrepublik. Bonn 1989, S.167ff.
  • Marthina Koerfer: Louise Schroeder. Berlin 1987