Johannes Prassek

13. August 1911 - 10. November 1943
Johannes Prassek Johannes Prassek 

Johannes Prassek wächst in einer Hamburger Arbeiterfamilie auf und schließt unter großen persönlichen Opfern sein Theologiestudium ab. 1937 wird er in Osnabrück zum Priester geweiht und 1939 als Kaplan nach Lübeck gesandt. Prassek, der schnell außergewöhnlich beliebt ist, kann mit seinen Predigten die Gemeinde tief beeindrucken. Besonders erfolgreich ist er in der Jugendarbeit. Er leitet theologische Gesprächskreise und betont dort offen die unüberbrückbaren Gegensätze zwischen katholischem Glauben und nationalsozialistischer Ideologie. Zudem nimmt er Kontakt zu Zwangsarbeitern auf und lernt Polnisch, um diese als Seelsorger betreuen zu können. Mit dem evangelischen Pfarrer Karl Friedrich Stellbrink tauscht Prassek Informationen ausländischer Rundfunksender und Flugblätter aus, die er auch vervielfältigt und verteilt. Prassek wird von einem Gestapospitzel denunziert und Ende Mai 1942 festgenommen. Am 22. Juni 1943 wird er im "Lübecker Christenprozess" angeklagt, einen Tag später vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt und am 10. November 1943 in Hamburg ermordet.

Literatur

  • Benedicta Maria Kempner: Benedicta Maria Kempner: Priester vor Hitlers Tribunalen. Nachdr. der 2., unveränderten Aufl. von 1967, München 1996, S. 248-260
  • Else Pelke: Der Lübecker Christenprozeß. Mainz 1974
  • Ökumene im Widerstand: Der Lübecker Christenprozess 1943. Hrsg. für die Luthergemeinde, Lübeck und für die Katholische Probstei-Gemeinde Herz-Jesu, Lübeck von Isabella Spolovnjak-Pridat und Helmut Siepenkort. Lübeck 2001