Hilde Ephraim

01. April 1905 - 20. 09.1940
Hilde Ephraim Hilde Ephraim 

Die Fürsorgerin Hilde Ephraim ist nach Stefan Szendes Verhaftung 1935 in der Berliner Organisation der Sozialistischen Arbeiterpartei (SAP) zunächst an der Seite von Franz Huber, später von Herbert Heerklotz tätig. Die verbliebenen ca. 200 SAP-Mitglieder, die in Fünfer- bzw. Dreiergruppen organisiert sind, kennen sich kaum mehr untereinander. Nur je ein Mitglied darf die Verbindung zur nächsten Ebene halten. Treffen dienen dem Austausch von Informationen und Erfahrungen, der Vorbereitung von Hilfen für Verfolgte und ihre Familien oder der Betreuung von Haftentlassenen. Aufgrund ihrer Kontakte zu jüdischen Hilfsorganisationen unterstützt auch Hilde Ephraim, die selbst jüdischer Herkunft ist, andere Gefährdete. Im Frühjahr 1936 wird sie verhaftet und bei den Verhören von Gestapobeamten schwer misshandelt. Der Volksgerichtshof verurteilt sie am 25. Juni 1937 zu vier Jahren Zuchthaus, die sie in Lübeck und Amberg (Bayern) verbüßt. Hilde Ephraim wird am 20. September 1940 in der Tötungsanstalt Hartheim bei Linz ermordet.

Literatur

  • Jan Foitzik: Zwischen den Fronten. Zur Politik, Organisation und Funktion linker politischer Kleinorganisationen im Widerstand 1933 bis 1939/40. Bonn 1986, S. 268