Helmut Groscurth

16. Dezember 1898 - 07. April 1043
Helmut Groscurth Helmut Groscurth 

Groscurth tritt 1916 als Fahnenjunker in das Infanterie-Regiment 75 in Bremen ein und gerät 1917 schwer verwundet in britische Gefangenschaft. 1920 verlässt er die Reichswehr, studiert Landwirtschaft und ist als Gutsverwalter tätig. 1924 tritt er erneut in die Reichswehr ein und ist ab 1929 Adjutant von Erwin von Witzleben. Seit 1935 ist Groscurth im Amt/Ausland Abwehr tätig und ab 1939 als Chef der Abteilung z.b.V. im Oberkommando des Heeres Verbindungsoffizier zwischen der Abwehr und der Führung des Heeres. Im Herbst 1939 gehört Groscurth, der auch Kontakt zu Oppositionellen im Auswärtigen Amt hat, zu den treibenden Kräften eines Umsturzversuches. 1940 wird er an die Front versetzt, nachdem er die Morde in Polen bei den Heeresführern an der Westfront bekannt gemacht und sich gegen Himmlers Befehl an die SS, möglichst viele – auch uneheliche – Kinder zu zeugen, gewandt hat. Groscurth versucht im August 1941 vergeblich, eine Mordaktion einer Einsatzgruppe des Chefs der Sicherheitspolizei und des SD in der Ukraine zu stoppen. 1942 zum Oberst befördert, gerät er im Februar 1943 in sowjetische Gefangenschaft, in der er kurz darauf an Typhus stirbt.

Literatur

  • Helmut Krausnick/Harold C. Deutsch (Hrsg.): Helmuth Groscurth. Tagebücher eines Abwehroffiziers 1938–1940. Stuttgart 1970
  • Christian Streit: Angehörige des militärischen Widerstands und der Genozid an den Juden im Südabschnitt der Ostfront. In: Gerd R. Ueberschär (Hrsg.): NS-Verbrechen und der militärische Widerstand gegen Hitler. Darmstadt 2000, S. 90 ff.