Heinz Kucharski

22. Juli 1919 - 08. Oktober 2000
Heinz Kucharski Heinz Kucharski 

Der 1919 in Hamburg geborene Heinz Kucharski besucht die Lichtwark-Schule, setzt sich bereits als Schüler intensiv mit sozialistischen Ideen auseinander und studiert Philosophie, Völkerkunde und Orientalistik. Er organisiert Leseabende, auf denen politische Schriften diskutiert werden. Zusammen mit Margaretha Rothe macht er auf Flugzetteln die Sendezeiten des Deutschen Freiheitssenders bekannt. Ende 1942 diskutiert er mit Margaretha Rothe, der Buchhändlerin Hannelore Willbrandt, dem Mediziner Albert Suhr und dem Philosophiestudenten Reinhold Meyer das dritte Flugblatt der Weißen Rose. Am 9. November 1943 nimmt die Gestapo Heinz Kucharski, seine Mutter Hildegard Heinrichs und seine Freundin Margaretha Rothe fest. Bis zum 25. Oktober 1944 ist Kucharski im Gestapo-Gefängnis Fuhlsbüttel, danach im Hamburger Untersuchungsgefängnis inhaftiert. Nach dem Todesurteil des Volksgerichtshofs vom 17. April 1945 kann er während des Transports zur Hinrichtungsstätte Bützow-Dreibergen entkommen. Der ebenfalls festgenommene Reinhold Meyer erkrankt in der Haft schwer und stirbt am 12. November 1944 im Gestapo-Gefängnis Fuhlsbüttel. Margaretha Rothe wird mit den anderen weiblichen Gefangenen der Hamburger Weißen Rose von Fuhlsbüttel zunächst nach Cottbus, später in das Gefängnis Leipzig-Kleinmeusdorf verlegt, wo sie am 18. Februar 1945 in das Gefängnislazarett aufgenommen wird. Margaretha Rothe stirbt am 15. April 1945 in einem Leipziger Krankenhaus unmittelbar vor der Befreiung der Stadt durch amerikanische Truppen.