Hans Lukaschek

22. Mai 1885 - 26. Januar 1960
Hans Lukaschek Hans Lukaschek 

Hans Lukaschek, verheiratet mit Magdalena König, wird 1919 Landrat in Oberschlesien und setzt sich bei der Volksabstimmung 1921 besonders für die deutsche Volksgruppe ein. Er ist Mitglied der Zentrumspartei und wird 1929 zum Oberpräsidenten der preußischen Provinz Oberschlesien und zum Regierungspräsidenten von Oppeln berufen. Im Mai 1933 zwingen die Nationalsozialisten Lukaschek, der bereits 1930 vor Hitler gewarnt hat, aus dem Amt. Er lässt sich in Breslau als Rechtsanwalt nieder, verteidigt Gegner des Nationalsozialismus und hilft jüdischen Freunden. Seit 1938 entwickelt sich eine enge Verbindung zu Helmuth James Graf von Moltke. Lukaschek nimmt Pfingsten 1942 an der ersten Haupttagung des Kreisauer Kreises teil und nimmt in dem Kreis um Moltke und Yorck wegen seines Alters und der in der Weimarer Republik bekleideten hohen Ämter bald eine besondere Stellung ein. Obwohl er sich nicht regelmäßig an den Gesprächen der Kreisauer Freunde beteiligen kann, ist Lukaschek über ihre Diskussionen und Pläne unterrichtet. Für den Fall eines erfolgreichen Umsturzes stellt er sich als politischer Beauftragter im Wehrkreis VIII (Breslau) zur Verfügung und unterstützt aktiv die Bemühungen der Freunde von Claus Schenk Graf von Stauffenberg. Nach dem gescheiterten Attentat auf Hitler wird Lukaschek noch am Abend des 20. Juli 1944 in Breslau verhaftet und bei den Verhören durch die Gestapo schwer misshandelt. Am 19. April 1945 spricht der Volksgerichtshof ihn wegen der erlittenen Folterungen frei. Lukaschek wird am 22. April 1945 aus der Gestapohaft entlassen. Zwischen 1949 und 1953 ist Hans Lukaschek im ersten Kabinett von Konrad Adenauer Bundesminister für Vertriebene, danach bis zu seinem Tod Vizepräsident des Deutschen Caritasverbandes.

Literatur

  • Ger van Roon: Neuordnung im Widerstand. Der Kreisauer Kreis innerhalb der deutschen Widerstandsbewegung. München 1967
  • Hans-Ludwig Abmeier: Hans Lukaschek. In: Schlesier des 15. bis 20. Jahrhunderts. Hrsg. im Auftrag der Historischen Kommission für Schlesien. Würzburg 1968, S. 228 ff.