Hans Gasparitsch

30. März 1918 - 13. April 2002
Hans Gasparitsch Hans Gasparitsch 

Hans Gasparitsch wächst in Stuttgart auf und ist das einzige Kind des Ehepaars Johannes und Elisabeth Gasparitsch. 1931 nimmt er an internationalen Sommerzeltlagern der sozialistischen Kinderfreunde teil. Die Realschule muss er abbrechen, nachdem sein Vater das Schulgeld nicht mehr bezahlen kann. Hans Gasparitsch beginnt 1932 eine Ausbildung zum Schriftsetzer. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten bildet sich in seinem Freundeskreis eine Widerstandsgruppe, die sich zunächst als Wandergruppe ausgibt. Sie nennen sich „G” für „Gemeinschaft”. Von den Mitgliedern werden Flugblätter verteilt, sie führen Schulungen durch und nehmen Kontakt zu weiteren Gegnern des Nationalsozialismus auf. Am 14. März 1935 malt Hans Gasparitsch die Parolen „Hitler = Krieg” und „Rot Front” auf die Sockel zweier Statuen im Stuttgarter Schlossgarten. Ohne es zu merken, hat er seine Kleidung mit Farbe beschmiert. Die Gestapo kann ihn damit überführen, als er eine Stunde nach der Tat noch einmal in den Schlossgarten zurückkehrt, um sein Werk zu betrachten. Gasparitsch wird zunächst zu zweieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Nach seiner Gefängnishaft wird Hans Gasparitsch in verschiedene Konzentrationslager gebracht. Insgesamt wird er 10 Jahre in Lagern inhaftiert, zuletzt im KZ Buchenwald, wo er am 11. April 1945 an der Selbstbefreiung der Häftlinge beteiligt ist. Im Mai 1945 kehrt er nach Stuttgart zurück. Hans Gasparitsch gehört zu den Gründern der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes in Südwestdeutschland.

Literatur

  • Fritz Kaspar: Hanna, Kolka, Ast und andere. Stuttgarter Jugend gegen Hitler. Mit einem Geleitwort von Peter Steinbach. Tübingen und Stuttgart 1994