Falk Harnack

02. März 1913 - 03. September 1991
Falk Harnack Falk Harnack 

Falk Harnack wird 1913 in Stuttgart als jüngerer Bruder von Arvid Harnack geboren, der als einer der beiden führenden Köpfe der Widerstandsorganisation Rote Kapelle 1942 von den Nationalsozialisten ermordet wird. Er studiert zwischen 1933 und 1937 in Berlin und München, wo er auch promoviert, und arbeitet zunächst als Regisseur, Schauspieler und Dramaturg am Deutschen Nationaltheater in Weimar. 1941 zum Militärdienst eingezogen, hat er enge Kontakte zur Widerstandsgruppe Weiße Rose. Im Winter 1942/43 trifft er sich mehrfach mit Hans Scholl und Alexander Schmorell, zuletzt am 8. Februar 1943. An dieser Zusammenkunft nehmen auch Willi Graf und Kurt Huber teil. Harnack diskutiert mit ihnen die Ausweitung der Widerstandsaktionen der Gruppe. Am 6. März 1943 wird er verhaftet und am 19. April 1943 zusammen mit Graf, Huber, Schmorell und anderen in München vor den „Volksgerichtshof“ gestellt. Als einziger wird Harnack wegen „einmalig besonderer Verhältnisse" freigesprochen – sein Bruder und seine Schwägerin sind kurz zuvor zum Tode verurteilt und hingerichtet worden. Anschließend als Soldat in Griechenland eingesetzt, desertiert Falk Harnack im Winter 1943 aus der Wehrmacht, um seiner bevorstehenden Verhaftung durch die Gestapo zu entgehen. Er schließt sich der griechischen Partisanenbewegung ELAS an, gründet dort das Antifaschistische Komitee „Freies Deutschland“ und kann das Kriegsende überleben.

Literatur

  • Gerhard Schoenberner: Hommage an Falk Harnack. In: Kinemathek, Jg. 20, 1983, Heft 61, S. 1ff.
  • Falk Harnack: [Bericht]. In: Inge Scholl: Die Weiße Rose. Erweiterte Neuausgabe. Frankfurt am Main 1982, S. 180ff.