Elisabeth Guttenberger

06. Februar 1926 -
Elisabeth Guttenberger Elisabeth Guttenberger 

Elisabeth Guttenberger (hier mit ihrer Cousine und ihrem Cousin kurz vor der Deportation) stammt aus einer Stuttgarter Sinti-Familie. Gemeinsam mit ihren drei Geschwistern verbringt sie eine behütete Kindheit. Der Vater handelt mit Streichinstrumenten und Antiquitäten, 1936 zieht die Familie nach München. Die „Nürnberger Rassengesetze“ verändern auch das Schicksal der Familie Guttenberger entscheidend. Obwohl Elisabeth Guttenberger eine überdurchschnittliche Schülerin ist, darf sie im Anschluss an die Volksschule keine weiterführende Schule besuchen. Auch eine Lehrstelle in einer Konditorei muss sie nach kurzer Zeit wieder aufgeben. Anschließend wird sie zur Zwangsarbeit in einer Munitionsfabrik verpflichtet. Elisabeth Guttenberger wird im März 1943 zusammen mit ihrer Familie in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau deportiert. Nach einem halben Jahr kommt sie in die Häftlingsschreibstube. Dort muss sie das „Hauptbuch“, ein Register für sämtliche in das Lager eingelieferte Männer des „Zigeunerlagers“, führen. Diese Bücher werden später zum Zeugnis des tausendfachen Mordes an den Sinti und Roma. Elisabeth Guttenberger kann das Kriegsende überleben. Mehr als 30 ihrer Verwandten werden im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau ermordet.

Literatur

  • Hans Günther Adler/Hermann Langbein/Ella Lingens-Rainer: Auschwitz. Zeugnisse und Berichte. Frankfurt am Main 1962, S. 159ff.
  • Staatliches Museum Auschwitz-Birkenau in Zusammenarbeit mit dem Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma Heidelberg: Gedenkbuch: Die Sinti und Roma im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau. München/London/New York/Paris 1993
  • Michail Krausnick: Wo sind sie hingekommen? Der unterschlagene Völkermord an den Sinti und Roma. Gerlingen 1995
  • Gottfried Kößler (Hrsg.): Die Gegenwart von Auschwitz. Materialheft zur Plakatmappe. Pädagogische Materialien Nr. 2. Überarbeitete Neuausgabe. Frankfurt am Main 2003