Edith Wolff

13. April 1904 - 28. Januar 1997
Edith Wolff Edith Wolff 

Edith Wolff, 1904 in Berlin geboren, studiert nach dem Abitur Philosophie, ohne allerdings ein Examen abzulegen. Sie wird zunächst evangelisch erzogen, bekennt sich aber 1933 aus Protest gegen die Nationalsozialisten zum jüdischen Glauben und wird zur überzeugten Pazifistin und Zionistin. Obwohl sie nach den Nürnberger Rassengesetzen als „Mischling 1. Grades“ gilt und selbst besonders gefährdet ist, hat sie zahlreiche Kontakte zu verfolgten Juden und leistet für viele von ihnen Fluchthilfe. Im Frühjahr 1943 bildet sich um Edith Wolff und Jizchak Schwersenz eine zionistische Untergrund-Gruppe, der schließlich vierzig Mitglieder angehören. Sie kommen teilweise aus der zionistischen Schüler- und Jugendbewegung und können länger als ein Jahr die bislang einzig bekannte zionistische Untergrund-Gruppe am Leben halten, die in Deutschland in dieser Form besteht. Die Mitglieder eint der Wille „durchzuhalten“, die Deportierten in den Lagern des Ostens zu unterstützen und zu versuchen, sich durch die Flucht ins Ausland zu retten. Als Edith Wolff im Sommer 1943 zur Gestapo vorgeladen wird, kann sie ihre Verbindungen zu untergetauchten Juden verbergen, wird aber wegen Weitergabe von Lebensmittelkarten an Juden zu einer langen Gefängnisstrafe verurteilt. Edith Wolff überlebt die Haft in 18 Konzentrationslagern und Zuchthäusern.

Literatur

  • Jizchak Schwersenz: Die versteckte Gruppe. Ein jüdischer Lehrer erinnert sich an Deutschland. Berlin 1988
  • Wilfried Löhken/Werner Vathke (Hrsg.): Juden im Widerstand. Drei Gruppen zwischen Überlebenskampf und politischer Aktion, Berlin 1939-1945. Berlin 1993