Carl Heinrich von Stülpnagel

02. Januar 1886 - 30. August 1944
Carl Heinrich von Stülpnagel Carl Heinrich von Stülpnagel 

Kurz nach dem Abitur 1904 wählt Carl Heinrich von Stülpnagel die Militärlaufbahn. Er wird im Ersten Weltkrieg als Generalstabsoffizier eingesetzt und in die Reichswehr übernommen. Zu Ludwig Beck ergibt sich schon zu Beginn der dreißiger Jahre eine freundschaftliche Verbindung. Die Blomberg-Fritsch-Affäre sowie die Sudetenkrise 1938 verstärken bei Stülpnagel die innere Distanz zum NS-Regime. Er beteiligt sich an den ersten Umsturzplänen der militärischen Opposition, die im Herbst 1938 nach dem Münchener Abkommen nicht mehr verfolgt werden. Im März 1942 wird er zum Militärbefehlshaber in Frankreich ernannt. Von hier aus unterstützt er zusammen mit seinem Adjutanten Cäsar von Hofacker die Berliner Umsturzpläne. Am 20. Juli 1944 werden allein in Stülpnagels Befehlsbereich alle für den Attentatstag vorgesehenen Pläne der Verschwörer erfolgreich realisiert. Als das Scheitern des Anschlags offensichtlich ist, unternimmt Stülpnagel einen Selbstmordversuch, bei dem er sich schwere Verletzungen zufügt. Er wird anschließend von der Gestapo verhaftet, am 30. August 1944 vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt und noch am selben Tag in Berlin-Plötzensee ermordet.

Literatur

  • Gerd R. Ueberschär (Hrsg): NS-Verbrechen und der militärische Widerstand gegen Hitler. Darmstadt 2000.
  • Heinrich Bücheler: Carl-Heinrich Stülpnagel. Soldat, Philosoph, Verschwörer. Berlin 1989
  • Wilhelm Ritter von Schramm: Aufstand der Generale - Der 20. Juli 1944 in Paris. Bad Wörishofen 1953