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Willi Graf

02. Januar 1918 - 12. Oktober 1943
Willi Graf Willi Graf 

Der 1918 in Kuchenheim/Rheinland geborene Willi Graf stößt 1929 zu einer Jungenschaftsgruppe des katholischen Schülerbundes "Neudeutschland". 1934 schließt er sich dem engeren Kreis des von Fritz Leist gegründeten Jungenbundes "Grauer Orden" an und nimmt an illegalen Fahrten und Lagern teil. Nach Abitur und Arbeitsdienst beginnt Graf 1937 in Bonn mit dem Medizinstudium. Im Januar 1938 wird er wegen seiner Aktivitäten in der bündischen Jugendbewegung für zwei Wochen inhaftiert. Anfang 1940 wird Graf in der Wehrmacht zum Sanitäter ausgebildet und zunächst in Frankreich und Belgien, ab Juni 1941 an der Ostfront eingesetzt. Im April 1942 wird Graf zur Fortsetzung des Medizinstudiums in die 2. Münchener Studentenkompanie abgeordnet. Hier lernt er Hans Scholl und Alexander Schmorell kennen, mit denen er von Ende Juli bis Ende Oktober 1942 zur "Feldfamulatur" an der Ostfront eingesetzt wird. In den Weihnachtsferien 1942/43 unternimmt Graf mehrere Reisen in andere Städte, bei denen er in seinem alten Freundeskreis um Mitstreiter wirbt. Seit Dezember 1942 ist er an der Diskussion des fünften Flugblattes der Weißen Rose beteiligt und versucht erneut, bei einer Reise vom 20. bis 24. Januar 1943 Unterstützung bei Freunden in Köln, Bonn, Saarbrücken, Freiburg und Ulm zu finden. Im Februar 1943 beteiligt er sich an den Freiheitsparolen der Gruppe in der Münchener Innenstadt und unterstützt die Herstellung und Verbreitung des sechsten Flugblattes der Weißen Rose. Die Gestapo nimmt Willi Graf am 18. Februar 1943 fest. Der Volksgerichtshof verurteilt ihn gemeinsam mit Kurt Huber und Alexander Schmorell am 19. April 1943 in München zum Tode. Fast ein halbes Jahr später wird Willi Graf am 12. Oktober 1943 im Strafgefängnis München-Stadelheim ermordet.

Literatur

  • Willi Graf: Briefe und Aufzeichnungen. Hrsg. von Anneliese Knoop-Graf und Inge Jens. Frankfurt am Main 1988