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Werner T. Angress

27. Juni 1920 - 05. Juli 2010
Werner T. Angress Werner T. Angress 

Werner Angress ist Mitglied des jüdischen Jugendbundes „Schwarzes Fähnlein” und absolviert ab 1936 eine Ausbildung auf dem jüdischen Auswandererlehrgut Groß Breesen in Schlesien. 1937 flieht die Familie in die Niederlande, um von hier aus 1939 in die USA auszuwandern. Da die gemeinsame Flucht die finanziellen Möglichkeiten übersteigt, reist Werner allein voraus, um die Emigration seiner Eltern und jüngeren Brüder vorzubereiten. Nach zwei Jahren landwirtschaftlicher Tätigkeit tritt Angress 1941 in die US-Army ein. Nach seiner Ausbildung bei der Infanterie kommt er 1943 nach Camp Ritchie und wird Mitglied der Ritchie-Boys, einer Einheit, die den Gegner erforschen, demoralisieren und zum Aufgeben bewegen soll. Auch Verhöre gehören dazu. 1944 wird er nach England verschifft und einer Fallschirmjägereinheit zugeteilt. In der Nacht vom 5. auf den 6. Juni 1944, die Nacht vor dem Beginn der alliierten Invasion in der Normandie, startet sein Flugzeug in Richtung Frankreich. Es gerät unter Beschuss und Angress, der noch nie mit einem Fallschirm abgesprungen ist, springt weit von seinem Ziel entfernt ab. Er wird von deutschen Soldaten gefangen genommen, jedoch bald wieder befreit. Danach kämpft er in Frankreich, Belgien und Holland. Am 12. Mai 1945 findet er in Amsterdam seine Mutter und seine beiden jüngeren Brüder wieder und erfährt, dass sein Vater in seinem Versteck entdeckt und 1943 nach Auschwitz deportiert worden ist.

Literatur

  • Werner T. Angress: Immer etwas abseits. Jugenderinnerungen eines jüdischen Berliners 1920–1945. Berlin 2005
  • Dirk Westphal: „Die fabelhaften Ritchie Boys“. In: Welt am Sonntag vom 22. November, S. B3