Skip to content

Robert Limpert

15. Juli 1925 - 18. April 1945
Robert Limpert Robert Limpert 

Robert Limpert lehnt bereits als Jugendlicher den Nationalsozialismus entschieden ab. 1943 wird er gemeinsam mit einem Freund beschuldigt, während einer Nachtwache in ihrem Gymnasium Verdunklungsvorhänge beschädigt und regimefeindliche Parolen an die Tafel geschrieben zu haben. Beide werden der Schule verwiesen. Limpert legt in Erlangen sein Abitur ab und besucht anschließend Seminare in Philosophie. Anfang März 1945 wird er zum Kriegsdienst eingezogen. Bei einem Luftangriff erleidet der seit seiner Kindheit schwer Herzkranke acht Tage später einen Herzanfall und wird als wehruntauglich entlassen. Er kehrt in seine Heimatstadt Ansbach zurück, wo der Kampfkommandant Ernst Meyer Maßnahmen zur Verteidigung der Stadt gegen die herannahenden alliierten Truppen anordnet. Meyer ist entschlossen, die Stadt bis zum letzten Mann zu verteidigen. Limpert verfasst und vervielfältigt mehrere Flugblätter, in denen er die Bürger zur kampflosen Übergabe der Stadt aufruft, und plakatiert diese nachts an Hauswände und Türen. Am 18. April 1945 wird Limpert von Hitlerjungen beobachtet, wie er ein Telefonkabel zwischen dem kurz zuvor aufgegebenen Gefechtsstand des Ortskommandanten im Ansbacher Schloss und den vor der Stadt postierten Truppeneinheiten zerschneidet. Nach einer Denunziation wird er festgenommen. Ortskommandant Ernst Meyer setzt ein Standgericht ein, bei dem er selbst das Todesurteil spricht und es schließlich eigenhändig vollstreckt. Robert Limpert wird wenige Stunden bevor US-amerikanische Truppen die Stadt einnehmen am Ansbacher Rathaustor erhängt.

Literatur

  • Diana Fritz: Ansbach unterm Hakenkreuz. Ansbach 2002
  • Helmut Moll im Auftrag der Deutschen Bischofskonferenz (Hrsg.): Zeugen für Christus. Das deutsche Martyrologium des 20. Jahrhunderts. 6. erweiterte und neu strukturierte Auflage, Paderborn 2015, S. 108ff.
  • Elke Fröhlich/Martin Broszat: Bayern in der NS-Zeit. Die Herausforderung des Einzelnen. Geschichten über Widerstand und Verfolgung. Band VI. München 1983