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Otto Heinrich von der Gablentz

11. September 1898 - 27. April 1972
Otto Heinrich von der Gablentz Otto Heinrich von der Gablentz 

Der Offizierssohn Otto Heinrich von der Gablentz wird im Ersten Weltkrieg schwer verwundet und kehrt 1917 nach Berlin zurück. Als Leutnant beginnt er neben dem Dienst ein Studium der Staatswissenschaften. Daneben wird er entscheidend von Ideen der Jugendbewegung beeinflusst. Zu Beginn der Weimarer Republik setzt er sich für Verständigung statt Konfrontation der nationalen und sozialen Bewegungen ein. Politisch steht von der Gablentz den Religiösen Sozialisten um Paul Tillich nahe. 1925 erhält er eine Stellung beim Statistischen Reichsamt und nimmt zu Beginn der dreißiger Jahre als Mitglied der deutschen Delegation mehrfach an Reparationsverhandlungen teil. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wird von der Gablentz aus seinem Amt im Reichswirtschaftsministerium vertrieben. Er arbeitet danach für die Wirtschaftsgruppe Chemische Industrie, lernt durch Vermittlung Horst von Einsiedels 1940 Helmuth James Graf von Moltke kennen und gehört bald zu den ersten, die sich intensiv an den Überlegungen des Kreisauer Kreises zur Neuordnung beteiligen. Er hat großen Einfluss auf die Programmatik des Kreises. Nach dem gescheiterten Umsturzversuch vom 20. Juli 1944 entgeht seine Beteiligung den Ermittlern der Gestapo. Von der Gablentz überlebt das Kriegsende und ist von 1959 bis 1966 Professor für Politische Wissenschaft an der Freien Universität Berlin.