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Ottilie Pohl

14. November 1867 - 02. Dezember 1943
Ottilie Pohl Ottilie Pohl 

Die Putzmacherin Ottilie Levit stammt aus einer jüdischen Familie. Nach dem Umzug nach Berlin tritt sie in den „Arbeiterbildungsverein für Frauen und Mädchen” ein. 1893 heiratet sie Wilhelm Pohl, mit dem sie zwei Söhne hat. 1908 wird sie Mitglied der SPD, während des Ersten Weltkrieges Mitglied der USPD. Ihr Mann stirbt 1915. Bis 1924 ist sie als Bürogehilfin beim Magistrat von Berlin beschäftigt. Danach ist sie arbeitslos. Sie engagiert sich im Vorstand der Konsumgenossenschaft Berlin und in der „Roten Hilfe”. Nach der nationalsozialistischen Machtübernahme 1933 unterstützt sie zusammen mit Rosa Lindemann und anderen Frauen Verhaftete und deren Familien logistisch und finanziell. Im Sommer 1940 gewährt Ottilie Pohl dem Instrukteur des ZK der KPD, Rudolf Hallmeyer, Unterkunft. Nach dessen Verhaftung wird Ottilie Pohl wegen „Vorbereitung eines hochverräterischen Unternehmens” angeklagt und im Mai 1941 wegen Begünstigung zu acht Monaten Gefängnis verurteilt. Diese sind bereits durch die Untersuchungshaft verbüßt. Die Kosten des Verfahrens werden ihr auferlegt. Am 20. November 1942 wird Ottilie Pohl in das Ghetto Theresienstadt deportiert, wo sie ein Jahr später ums Leben kommt.

Literatur

  • Silva Wittfeld: Ottilie Pohl. In: Ursula Ahrens: Aufbrüche. Frauengeschichte(n) aus Tiergarten 1850–1950. Berlin 1999, S. 88
  • Hans-Peter Doege: Zivilcourage in schweren Zeiten. In: Berlinische Monatsschrift (Luisenstadt). Hrsg. v. Vorstand des Luisenstädtischen Bildungsvereins e. V. Kultur- u. Verl.-Ges. d. Luisenstädt. Bildungsvereins, 9 (2000), Nr.5