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Liane Berkowitz

07. August 1923 - 05. August 1943
Liane Berkowitz Liane Berkowitz 

Liane Berkowitz wird am 7. August 1923 in Berlin als Tochter des aus der Sowjetunion geflohenen russischen Kapellmeisters Viktor Wasiljew geboren. Nach dem Tode ihres Vaters wird sie 1930 von Henry Berkowitz adoptiert, der nach seiner Ehescheidung 1939 ins Ausland emigriert. Liane Berkowitz spricht fließend Russisch und besucht die Heilsche Abendschule. Sie lernt Fritz Thiel und ihren späteren Verlobten Friedrich Rehmer kennen, mit denen sie an den Schulungszirkeln von John Graudenz teilnimmt. Liane Berkowitz beteiligt sich mit Otto Gollnow an der Zettelklebeaktion vom 17./18. August 1942 gegen die antisowjetische Propagandaausstellung "Das Sowjetparadies". Am 26. September 1942 wird sie verhaftet und am 18. Januar 1943 vom Reichskriegsgericht zum Tode verurteilt. Im Berliner Frauenstrafgefängnis Barnimstraße bringt sie am 12. April 1943 ihre Tochter Irene zur Welt. Sie wird ab Juli 1943 von der Großmutter betreut und fällt im Oktober 1943 vermutlich einer NS-Krankenmordaktion im Krankenhaus Eberswalde zum Opfer. Liane Berkowitz wird am 5. August 1943 in Berlin-Plötzensee ermordet. Zuvor hat Adolf Hitler am 21. Juli 1943 persönlich die Gnadensuche von 17 Mitgliedern der Berliner Roten Kapelle abgelehnt. Selbst das Reichskriegsgericht hat ihm empfohlen, die 22-jährige Keramikerin Cato Bontjes van Beek und die 19-jährige Schülerin Liane Berkowitz zu begnadigen. Hitler lehnt dies ausdrücklich ab und lässt seine Entscheidung vom Chef des Oberkommandos der Wehrmacht, Wilhelm Keitel, gegenzeichnen.

Literatur

  • Johannes Tuchel: Motive und Grundüberzeugungen des Widerstandes der Harnack/Schulze-Boysen-Organisation - Zum Denken und Handeln von Liane Berkowitz. In: Kurt Schilde (Hrsg.): Eva-Maria Buch und die "Rote Kapelle". Erinnerungen an den Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Berlin 1993 (2., überarbeitete Auflage), S. 93 ff.