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Konrad Graf von Preysing

30. August 1880 - 21. Dezember 1950
Konrad Graf von Preysing Konrad Graf von Preysing 

Preysing studiert in München und Würzburg Jura und tritt 1906 in den bayerischen Staatsdienst. Ab 1908 studiert er Theologie in Innsbruck, wird 1912 in München zum Priester geweiht und wirkt dort ab 1917 in der Seelsorge. Nach seiner Promotion 1913 steht er als Geheimsekretär dem Münchner Erzbischof zur Seite. 1932 wird Preysing zum Bischof von Eichstätt, am 6. Juli 1935 zum Bischof von Berlin berufen. Schon 1933 wendet er sich gegen den Vertrauensvorschuss katholischer Bischöfe, Geistlicher und Gläubigen gegenüber dem NS-Regime, später auch gegen die Eingabentaktik des Vorsitzenden der Fuldaer Bischofskonferenz Kardinal Bertram. Preysing gehört der fünfköpfigen Kommission an, die das päpstliche Sendschreiben "Mit brennender Sorge" vom 14. März 1937 vorbereitet, das die nationalsozialistische Kirchenpolitik anprangert. Die nationalsozialistischen Machthaber fürchten die offenen Predigten und Hirtenworte des Berliner Bischofs, in denen er immer wieder für die Rechte der Kirche und die Würde aller Menschen eintritt. Am 24. August 1938 ist Preysing Mitbegründer des "Hilfswerks beim Bischöflichen Ordinariat Berlin". Unter seiner persönlichen Verantwortung werden zahlreiche Katholiken jüdischer Herkunft, aber auch ungetaufte Juden betreut. 1940/41 wendet Preysing sich mit Schreiben gegen die Krankenmordaktionen an seine Geistlichen und lässt niemals in seinem Bemühen nach, immer wieder die übrigen Bischöfe zu einer schärferen Abwehr des Nationalsozialismus zu bewegen. In den vierziger Jahren hat er auch Kontakte zum Kreisauer Kreis und Regimegegnern des 20. Juli 1944. Die NS-Führung wagt es trotz Preysings offener Gegnerschaft nicht, ihn zu verhaften. Einige Monate nach Kriegsende wird Konrad Graf von Preysing zum Kardinal ernannt.

Literatur

  • Walter Adolph: Kardinal Preysing und zwei Diktaturen. Sein Widerstand gegen die totalitäre Macht. Berlin 1971
  • Wolfgang Knauft: Konrad Kardinal von Preysing (1880 - 1950). In: Wolfgang Knauft (Hrsg.): Miterbauer des Bistums Berlin. Berlin 1979, S. 111 ff.