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Josef Müller

27. März 1898 - 12. September 1979
Josef Müller Josef Müller 

Müller gehört der Bayerischen Volkspartei an und gilt vor 1933 als enger Vertrauter des letzten bayerischen Ministerpräsidenten Heinrich Held. Nach Hitlers Regierungsübernahme berät er den Erzbischof von München, Michael Kardinal von Faulhaber, und gewinnt auch das Vertrauen von Papst Pius XII., der am 2. März 1939 als Nachfolger von Pius XI., zum Oberhaupt der katholischen Kirche gewählt wird. Im September 1939 bitten die Verschwörer um Hans Oster und Hans von Dohnanyi ihren Mitarbeiter Josef Müller, über den Vatikan Kontakt zur britischen Regierung herzustellen und auf diese Weise zu versuchen, den Krieg zu beenden. Müller wird als Mitarbeiter der Abwehr nach Rom geschickt und kann durch Vermittlung von Stellen des Vatikans Verbindungen zur britischen und zur amerikanischen Regierung knüpfen. Josef Müller gelingt es, Anfang 1940 durch Vermittlung von Pater Robert Leiber die Haltung der britischen Regierung zu erkunden und seine Auftraggeber im Amt Ausland/Abwehr des Oberkommandos der Wehrmacht zu informieren. Die Verschwörer stellen diese Nachrichten aus dem Vatikan für hohe Offiziere zusammen und versuchen auf diese Weise, die Oberste Heeresleitung zu gewinnen. 1943 wird Müller verhaftet und vor dem Volksgerichtshof angeklagt. Er übersteht umfangreiche Verhöre der Gestapo und wird unerwartet freigesprochen, bleibt aber bis Kriegsende im KZ Dachau inhaftiert. Nach seiner Befreiung gehört er zu den Mitbegründern der CDU und wird der erste Landesvorsitzende dieser Partei.

Literatur

  • Friedrich Hermann Hettler: Josef Müller – Mann des Widerstandes und erster CSU-Vorsitzender. Miscellanea Bavarica Monacensia Band 155, Neue Schriftenreihe des Stadtarchivs München. München 1991
  • Karl-Ulrich Gelberg: Josef Müller (1898–1979). In: Zeitgeschichte in Lebensbildern. Aus dem deutschen Katholizismus des 19. und 20. Jahrhunderts. Bd. 8. Hg. von Jürgen Aretz, Rudolf Morsey und Anton Rauscher. Mainz 1997, S. 155-172.
  • Franz Menges: Müller, Joseph. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 18. Berlin 1997, S. 430 ff.