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Josef Köhler

22. Dezember 1922 -
Josef Köhler Josef Köhler 

Josef Köhler wird in Linz am Rhein bei Sigmaringen geboren. Seit 1930 lebt die Familie in München, wo Josef Köhler die Schule besucht. Nach der Gesellenprüfung arbeitet er als Schuhmacher. Der Vater wird 1939 als Soldat schwer verwundet. 1941 wird auch Josef Köhler zur Wehrmacht eingezogen und wenig später ebenfalls verwundet. Im Lazarett teilt man ihm mit, dass er als Sinto aus „rassischen Gründen“ aus der Wehrmacht entlassen worden ist. Josef Köhler und viele seiner Familienangehörigen werden im März 1943 nach Auschwitz-Birkenau deportiert. Nach dem Aufstand vom 16. Mai 1944 im „Zigeunerlager“ von Auschwitz-Birkenau werden seine Mutter, die Großmutter und vier Geschwister dort in den Gaskammern ermordet. Josef Köhler kommt Ende Juli 1944 in das KZ Ravensbrück. Als er 1944 von dort in das KZ Sachsenhausen verschleppt wird, erfährt er, dass sein Vater hier von der SS ermordet worden ist. Gemeinsam mit vielen anderen Sinti und Roma muss Josef Köhler in den Klinkerwerken Zwangsarbeit leisten, bis ihm Ende April 1945 bei einem Luftangriff die Flucht gelingt. Er schließt sich einem Flüchtlingsstrom an und wird von russischen Truppen befreit.

Literatur

  • Staatliches Museum Auschwitz-Birkenau in Zusammenarbeit mit dem Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma Heidelberg: Gedenkbuch: Die Sinti und Roma im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau. München/London/New York/Paris 1993
  • Romani Rose (Hrsg.): Der nationalsozialistische Völkermord an den Sinti und Roma. Katalog zur ständigen Ausstellung im Staatlichen Museum Auschwitz. Heidelberg 2003
  • Romani Rose/Walter Weiss: Sinti und Roma im Dritten Reich. Göttingen 1991