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John Sieg

03. Februar 1903 - 15. Oktober 1942
John Sieg John Sieg 

John Siegs wird in Detroit in den USA als Kind einer aus Deutschland stammenden Familie geboren. Seine Eltern, der Mechaniker August und die Krankenpflegerin Marie Sieg, sind in jungen Jahren nach Amerika ausgewandert. Nach dem Tod des Vaters 1910 begleitet der achtjährige John seinen Großvater auf eine ausgedehnte Reise nach Deutschland. Während des durch den Beginn des Ersten Weltkrieges verlängerten Aufenthalts besucht John Sieg bis 1918 die Volkschule im westpreußischen Schlochau und anschließend das Staatliche Lehrerseminar in Deutsch-Krone. Nach dem Tod des Großvaters 1924 kehrt John Sieg nach Detroit zurück, wohin ihm kurz darauf seine Freundin und spätere Ehefrau Sophie folgt. Wechselnde Tätigkeiten beim Bau und in den Detroiter Autofabriken werden für John Sieg ab Mitte der 1920er Jahre zu prägenden sozialen Erfahrungen. Am City College von Detroit setzt er zugleich seine Ausbildung fort. Nach Deutschland im Frühjahr 1928 zurückgekehrt, heiratet er Sophie Wloszczynski und beginnt in Berlin schriftstellerisch zu arbeiten. Erste Artikel John Siegs erscheinen in der inzwischen von Adam Kuckhoff geleiteten „Tat”. Von dem Lokalredakteur Hermann Grosse wird er zur „Roten Fahne” geholt, lernt hier Wilhelm Guddorf und Martin Weise kennen und tritt 1929 der KPD bei. Von März bis Juni 1933 durch die SA inhaftiert wird er zum Organisator kommunistischen Widerstands in Berlin-Neukölln. Seit Mitte der 1930er Jahre hat er enge Kontakte zu Arvid Harnack und Adam Kuckhoff und beteiligt sich an später an Flugblattaktionen. Seit 1937 arbeitet Sieg bei der Deutschen Reichsbahn. Er wird am 11. Oktober 1942 zusammen mit seiner Frau festgenommen und erhängt sich am 15. Oktober 1942 in seiner Zelle. Seine Frau Sophie wird in das KZ Ravensbrück überführt, wo sie am 30. April 1945 durch die Rote Armee befreit wird.

Literatur

  • Regina Griebel / Marlies Coburger / Heinrich Scheel: Erfasst? Das Gestapo-Album zur Roten Kapelle. Eine Foto-Dokumentation. Halle/S. 1992, S. 192f.
  • Hermann Weber / Andreas Herbst: Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945. 2., überarb. und stark erw. Auflage. Berlin 2008
  • Hans Coppi / Jürgen Danyel / Johannes Tuchel (Hrsg.): Die Rote Kapelle im Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Berlin 1994