Skip to content

Inge Deutschkron

23. August 1922 -
Inge Deutschkron Inge Deutschkron 

Inge Deutschkron kommt in Finsterwalde als Tochter jüdischer Eltern zur Welt. Ihr Vater Martin Deutschkron, ein Sozialdemokrat, wird 1933 aus dem Schuldienst entlassen. Die Familie lebt inzwischen in Berlin. Martin Deutschkron flieht 1939 nach Großbritannien. Seine Frau Ella und die Tochter Inge können ihm nicht mehr folgen. Inge Deutschkron gelingt es nach einjähriger Ausbildung an einem jüdischen Kindergärtnerinnenseminar und kurzzeitiger Zwangsarbeit für den IG Farben-Konzern, bei Otto Weidt vorzusprechen. Er ist als Helfer bekannt und schafft eigens für sie eine Stelle im Büro seiner Blindenwerkstatt in Berlin-Mitte. Mitte Januar 1943 taucht Inge Deutschkron mit ihrer Mutter bei dem Ehepaar Gumz unter. Emma Gumz, Inhaberin einer Wäscherei in Berlin-Charlottenburg, hat sie dazu gedrängt – ein Soldat hat ihr von Massenmorden an Juden im deutsch besetzten Polen erzählt. Nach sechs Wochen müssen Mutter und Tochter dieses Versteck verlassen. Regimekritische Bekannte vermitteln Inge und ihrer Mutter immer neue Unterkünfte. Otto Weidt besorgt für Inge Deutschkron einen Werksausweis, mit dem sie unter neuem Namen in der Blindenwerkstatt arbeiten kann. In ihrem letzten Versteck, einem verlassenen Ziegenstall in Potsdam, erleben Inge und Ella Deutschkron am 23. April 1945 das Kriegsende.

Literatur

  • Inge Deutschkron: Ich trug den gelben Stern. Köln 1978/München 1992
  • André Schmitz/Johannes Tuchel (Hrsg.): Liebe Inge, Herzlich. Festschrift für Inge Deutschkron zum 90. Geburtstag. Berlin 2012
  • Wolfgang Kolneder (Hrsg.): Daffke…! Die vier Leben der Inge Deutschkron. 70 Jahre erlebte Politik. Berlin 1994