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Horst von Einsiedel

07. Juni 1905 - 25. Februar 1947
Horst von Einsiedel Horst von Einsiedel 

Horst von Einsiedel wird als zweiter Sohn eines Dresdner Arztehepaares geboren. Mitte der zwanziger Jahre studiert er Rechts- und Staatswissenschaften an der Universität Breslau. Nach seinem Referendarexamen tritt er 1930 der SPD bei. 1934 findet er eine Anstellung beim Statistischen Reichsamt in Berlin, muss aber nach kurzer Zeit aus politischen Gründen ausscheiden. Nach der Entlassung aus dem Staatsdienst arbeitet Einsiedel bei der Reichsstelle Chemie. Einer seiner engsten Kollegen wird Otto Heinrich von der Gablentz. Seit 1939 gehört Einsiedel zum Kreis um Helmuth James Graf von Moltke, den er bereits von der Löwenberger Arbeitsgemeinschaft kennt. Gemeinsam mit Moltke und Peter Graf Yorck von Wartenburg erörtert er zunächst wirtschaftspolitische Grundfragen, wendet sich 1942 aber verstärkt der Agrarpolitik zu. Er nimmt an der zweiten und dritten Kreisauer Haupttagung teil und prägt zusammen mit Carl Dietrich von Trotha die wirtschaftspolitischen Diskussionen des Kreisauer Kreises. Durch glückliche Umstände kann Horst von Einsiedel nach dem gescheiterten Umsturzversuch vom 20. Juli 1944 das Kriegsende in Berlin unentdeckt überleben. Im August 1945 übernimmt er eine Abteilung in der Wirtschaftsverwaltung des Berliner Magistrats, wird aber bereits im Oktober 1945 von der sowjetischen Geheimpolizei verhaftet. Horst von Einsiedel stirbt am 25. Februar 1947 unter ungeklärten Umständen im sowjetischen Internierungslager Sachsenhausen.

Literatur

  • Wilhelm E. Winterhager: Horst von Einsiedel. In: Moltke-Almanach. Bd. I. Berlin 1984, S. 156 ff.