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Hermann Remmele

15. November 1880 - 07. März 1939
Hermann Remmele Hermann Remmele 

Hermann Remmele entstammt einer Müllerfamilie in Ziegelhausen/ Heidelberg und kommt mit 14 Jahren nach Ludwigshafen in eine Lehre als Eisendreher. 1897 wird er Mitglied der Metallarbeitergewerkschaft und der SPD. 1907/08 besucht er die SPD-Parteischule in Berlin und wirkt anschließend als Parteifunktionär in Mannheim. Nach der Revolution 1918 schließt er sich der USPD an, wird 1920 in den Reichstag gewählt und geht im selben Jahr mit dem linken Flügel der USPD zur KPD über. Remmele gehört bis 1933 ununterbrochen dem Reichstag und dem Zentralkomitee der KPD an. Im Oktober 1932 muss Remmele nach parteinternen Auseinandersetzungen aus dem Sekretariat des ZK ausscheiden, bleibt aber bis 1933 in Berlin. Nach der nationalsozialistischen Machtübernahme emigriert er mit Frau und Kindern nach Moskau und wohnt im Hotel Lux. Bis zu seiner Festnahme durch den sowjetischen Geheimdienst NKWD im Mai 1937 ist er Mitarbeiter der Agitations- und Propagandaabteilung der Komintern. Am 7. März 1939 wird Hermann Remmele der „Teilnahme an einer konterrevolutionären terroristischen Organisation” beschuldigt, vom Militärkollegium des Obersten Gerichts zum Tode verurteilt und noch am selben Tag auf dem Donskoje-Friedhof erschossen. Seine Frau Anna wird ebenfalls vom NKWD festgenommen, aus der Partei ausgeschlossen und nach achtzehn Monaten Haft nach Sibirien verbannt, wo sie 1947 stirbt. Der Sohn Helmut Remmele ist schon vor dem Vater 1938 erschossen worden. Die Tochter Hedwig Remmele verliert nach der Verhaftung der Eltern ihre Arbeit und wird mit ihren beiden Töchtern ebenfalls nach Sibirien verbannt. Ende August 1956 darf sie in die DDR ausreisen.

Literatur

  • Inge Münz-Koenen: Familie Remmele. In: Wladislaw Hedeler / Inge Münz-Koenen (Hrsg.): „Ich kam als Gast in euer Land gereist ...“ Deutsche Hitlergegner als Opfer des Stalinterrors. Familienschicksale 1933 – 1956. Katalog zur Ausstellung. Berlin 2013
  • Hermann Weber/Andreas Herbst: Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945. Berlin 2008 (2., überarb. und erw. Auflage)