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Helmuth Hübener

08. Januar 1925 - 27. Oktober 1942
Helmuth Hübener Helmuth Hübener 

Helmuth Hübener kommt in Hamburg als Sohn einer Arbeiterin zur Welt und wird entscheidend durch die Religionsgemeinschaft Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen) geprägt. Er wächst ohne Vater auf und beginnt 1941 eine Lehre bei der Hamburger Sozialbehörde. Zugleich hilft er als ehrenamtlicher Sekretär dem Gemeindepräsidenten seiner Religionsgemeinschaft. 1940/41 kommt er in Kontakt mit einer illegalen Altonaer kommunistischen Jugendgruppe. Er hört regelmäßig ausländische Rundfunksender und verbreitet wichtige Meldungen als Streuzettel weiter. Im Sommer 1941 gewinnt er mit dem sechzehnjährigen Schlossergesellen Rudolf Wobbe und dem siebzehnjährigen Malergesellen Karl-Heinz Schnibbe, wenig später mit dem siebzehnjährigen Verwaltungslehrling Gerhard Düwer Gesinnungsfreunde. Sie diskutieren gemeinsam mit ihm zahlreiche Flugblätter und verteilen sie in Hamburger Arbeitervierteln, um die nationalsozialistischen Wehrmachtberichte und Nachrichtensendungen zu korrigieren. Im Winter 1941 sehen die Freunde um Hübener bereits die militärische Niederlage voraus. Sie wollen deshalb nicht mehr allein mit kurzen Parolen auf Streuzetteln zum Kampf gegen das NS-Regime auffordern, sondern die Menschen über den Ernst der Lage aufklären. Innerhalb von sechs Monaten konzipiert Hübener mehr als 20 Flugblätter. Ende Januar 1942 bitten Düwer und Hübener einen Bekannten, die Flugblätter ins Französische zu übersetzen. Sie werden dabei beobachtet, denunziert und am 5. Februar 1942 von der Gestapo verhaftet, die wenige Tage später auch Schnibbe und Wobbe festnimmt. Die Jugendlichen werden schwer misshandelt. Am 11. August 1942 findet vor dem Berliner Volksgerichtshof der Prozess statt. Helmuth Hübener wird trotz seines Alters von 17 Jahren zum Tode verurteilt und am 27. Oktober 1942 in Berlin-Plötzensee ermordet. Seine drei Freunde erhalten lange Freiheitsstrafen. Sie können das Kriegsende überleben.

Literatur

  • Ulrich Sander: Jugendwiderstand im Krieg. Die Helmuth-Hübener-Gruppe 1941/1942. Bonn 2002
  • Ulrich Sander: Helmuth Hübener. Berlin 1983
  • Jürgen Zarusky: "... nur eine Wachstumskrankheit"? Jugendwiderstand in Hamburg und München. In: Dachauer Hefte, Nr. 7: Solidarität und Widerstand. Dachau 1991