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Hanno Günther

12. Januar 1921 - 03. Dezember 1942
Hanno Günther Hanno Günther 

Hanno Günther besucht seit Ostern 1928 die bekannteste Reformvolksschule Berlins, die Rütlischule in Neukölln. Er ist Mitglied der Jungpioniere und der Roten Pfadfinder. Seit 1934 lebt er auf der Schulfarm Scharfenberg im Tegeler See, die er im folgenden Jahr aus politischen Gründen verlassen muss. Während einer Bäckerlehre lernt er die Kommunistin Elisabeth Pungs kennen. Zusammen mit ihr sowie Wolfgang Pander, einem Jungkommunisten jüdischer Herkunft, stellt Günther nach dem deutschen Sieg über Frankreich eine Flugblattserie „Das freie Wort“ her, die mit „Deutsche Friedensfront“ unterzeichnet ist. Zum Teil in gereimter Form verbreiten sie Nachrichten über die Kriegslage, verlangen Frieden und Meinungsfreiheit und fordern Rüstungsarbeiter zur Sabotage auf. Später bildet Günther zusammen mit Bernhard Sikorski, Emmerich Schaper und anderen ehemaligen Schülern der Rütlischule einen kleinen Widerstandskreis. In regelmäßigen Zusammenkünften werden marxistische Schriften gelesen. Die Gruppe nimmt auch Kontakt zu dem ehemaligen KPD-Funktionär Herbert Bochow auf. Am 28. Juli 1941 wird Hanno Günther von der Gestapo festgenommen, am 9. Oktober 1942 vom Volksgerichtshof zusammen mit sechs seiner Freunde zum Tode verurteilt und am 3. Dezember 1942 in Berlin-Plötzensee ermordet. Elisabeth Pungs berichtet in ihrem Tagebuch über das Verhalten von Hanno Günther vor dem Volksgerichtshof: „Ich sehe Hanno vor mir, blass, aber in seelischem Gleichgewicht, wie er mit dem Finger zwischen Hals und Kragen entlangfährt, er wollte mir wohl damit bedeuten, dass er mit einem Todesurteil rechnet. Woher hat der Junge diese Haltung? Er hat doch noch gar nicht gelebt.“

Literatur

  • Volker Hoffmann: Hanno Günther. Ein Hitlergegner 1921-1942. Geschichte eines unvollendeten Kampfes. Berlin 1992