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Fabian von Schlabrendorff

01. Juli 1907 - 03. September 1080
Fabian von Schlabrendorff Fabian von Schlabrendorff 

Schlabrendorff studiert Jura und Nationalökonomie. Während des Referendariats sieht er die schweren Rechtsverletzungen der Nationalsozialisten. Nach der Assessorenprüfung 1938 ist Schlabrendorff als Rechtsanwalt tätig. Mit Unterstützung von Canaris reist er im Juni 1939 nach Großbritannien und warnt im Gespräch mit Churchill und Lord Lloyd vor dem bevorstehenden deutsch-sowjetischen Abkommen und der damit verbundenen Kriegsgefahr. Seit 1939 steht er in Verbindung zu Henning von Tresckow, der ihn im Frühjahr 1941 in den Stab der Heeresgruppe Mitte versetzen lässt. Gemeinsam bereiten Tresckow und Schlabrendorff 1943 einen Sprengstoffanschlag auf Hitler vor. Tresckow bittet am 13. März 1943 einen Begleitoffizier Hitlers, auf dem Rückflug vom Hauptquartier der Heeresgruppe Mitte ein Päckchen für Oberst Helmuth Stieff im Oberkommando des Heeres mitzunehmen. Tatsächlich handelt es sich jedoch um eine als Cognacflasche getarnte Bombe. Der Sprengstoff ist von Rudolf-Christoph Freiherr von Gersdorff aus der für Sabotage zuständigen Abteilung der Abwehr beschafft und anlässlich einer Besprechung bei der Heeresgruppe Mitte von Hans von Dohnanyi am 7. März 1943 an Tresckow übergeben worden. Obwohl Fabian von Schlabrendorff kurz vor dem Abflug des Flugzeugs den Zünder schärfen und das Päckchen übergeben kann, landet Hitler unversehrt in seinem ostpreußischen Hauptquartier – offensichtlich hat der Zünder wegen der großen Kälte versagt. Nach dem 20. Juli 1944 wird Schlabrendorff von der Gestapo festgenommen und schwer gefoltert. Er wird vom Volksgerichtshof am 16. März 1945 freigesprochen, bleibt aber in der Hand der Gestapo, die ihn in mehrere Konzentrationslager verschleppt.

Literatur

  • Fabian von Schlabrendorff: Offiziere gegen Hitler. Berlin 1984 (zuerst Zürich 1946)
  • Fabian von Schlabrendorff: Begegnungen in fünf Jahrzehnten. Tübingen 1979