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Eva Fleischmann

11. Januar 1922 -
Eva Fleischmann Eva Fleischmann 

Eva Fleischmann wächst in einer streng religiösen jüdischen Familie in Berlin-Moabit auf. Ostern 1939 beginnt sie eine Ausbildung zur Kindergärtnerin und Hortnerin am Jüdischen Kindergärtnerinnenseminar der Reichsvereinigung der Juden in Deutschland. Nach ihrem Abschluss 1941 muss sie Zwangsarbeit in der Wäscherei Spindler in Spindlersfeld leisten. Als sie mit ihren Eltern Anfang März 1943 in ein Berliner Sammellager eingewiesen wird, flieht sie im letzten Moment. Sie sucht Hilfe bei Margarethe Fraenkel, der ehemaligen Leiterin des Jüdischen Kindergärtnerinnenseminars. Diese bringt sie mit dem Helferkreis um die Quäkerin Elisabeth Abegg in Kontakt, wodurch sie sich bei dem Patentanwalt Richard Linde in Hohen Neuendorf verstecken kann. Gleichzeitig schließt sich Fleischmann der im Untergrund lebenden zionistischen Jugendgruppe „Chug Chaluzi“ an, zu der ihr Vetter Jizchak Schwersenz gehört. Ende 1943 findet sie Zugang zu Mitgliedern der Bekennenden Kirche in Ostpreußen, die sich geflohener Juden annehmen. Für mehr als ein Jahr versteckt sie sich bei verschiedenen Pfarrfrauen in Zinten, Preußisch Bahnau, in Rehhof/Westpreußen, in Heiligenbeil, in Paterswalde sowie im Haus des für die Bekennende Kirche tätigen Rechtsanwalts Adolf Bunke in Bloestau. In der zweiten Jahreshälfte 1944 kann sie sich Papiere als „arische“ Bombengeschädigte beschaffen, mit denen sie nach Göttingen reist. Dort erlebt sie in einem evangelischen Pfarrhaus die Befreiung.

Literatur

  • Jizchak Schwersenz: Die versteckte Gruppe. Ein jüdischer Lehrer erinnert sich an Deutschland, Berlin 1988
  • Wilfried Löhken/Werner Vathke (Hrsg.): Juden im Widerstand. Drei Gruppen zwischen Überlebenskampf und politischer Aktion. Berlin 1939 – 1945. Berlin 1993