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Eugen Gerstenmaier

25. August 1906 - 13. März 1986
Eugen Gerstenmaier Eugen Gerstenmaier 

Der in Württemberg geborene Eugen Gerstenmaier erlernt zunächst den Beruf eines Textilkaufmanns und studiert anschließend Theologie und Philosophie in Tübingen und Rostock. Er engagiert sich in der christlichen Jugendbewegung und 1933/34 im kirchlichen Abwehrkampf gegen die „Deutschen Christen“ und wird in Rostock kurze Zeit inhaftiert. Nach der Promotion und einem Vikariat arbeitet er seit 1936 im kirchlichen Außenamt unter Bischof Theodor Heckel in Berlin. Weil er als Leiter des Ökumenischen Referates auch nach 1939 noch Auslandsreisen machen kann, gilt Gerstenmaier in oppositionellen Kreisen des Auswärtigen Amtes bald als wichtiger Helfer. Durch Hans Bernd von Haeften und Adam von Trott zu Solz kommt er in den Kreisauer Kreis und nimmt an der zweiten und dritten Kreisauer Haupttagung teil. Am 20. Juli 1944 hält Gerstenmaier sich zusammen mit Peter Graf Yorck von Wartenburg im Berliner Bendlerblock auf, um den Umsturzversuch aktiv zu unterstützen. Vor dem Volksgerichtshof wegen Hochverrats angeklagt, kann sich Gerstenmaier geschickt verteidigen. Er wird am 11. Januar 1945 zu sieben Jahren Zuchthaus verurteilt und bei Kriegsende von amerikanischen Truppen aus dem Zuchthaus Bayreuth befreit. 1945 übernimmt Gerstenmaier in Stuttgart die Leitung des Hilfswerks der Evangelischen Kirchen in Deutschland (EKD), von 1954 bis 1969 ist der CDU-Politiker Präsident des Deutschen Bundestages.

Literatur

  • Eugen Gerstenmaier: Streit und Friede hat seine Zeit. Ein Lebensbericht. Frankfurt am Main u.a. 1981