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Eduard Brücklmeier

08. Juni 1903 - 20. Oktober 1944
Eduard Brücklmeier Eduard Brücklmeier 

Der Diplomat Eduard Brücklmeier wird 1903 in München geboren. Er studiert Jura von 1923 bis 1927 in München, Leipzig, Lausanne und Würzburg, wo er 1927 promoviert. Im gleichen Jahr tritt er in den Auswärtigen Dienst ein. Seine ersten Stationen sind Bagdad, Teheran und Colombo. 1933 nach Kattowitz versetzt wird er zum ersten Mal von NS-Funktionären denunziert. Anfang 1936 folgt seine Versetzung nach London. Ende des gleichen Jahres trifft dort Ribbentrop als neuer Botschafter ein. 1937 heiratet Brücklmeier Klotilde von Obermayer-Marnach, mit der er eine Tochter haben wird. Mitte 1938 kehrt er mit Ribbentrop nach Berlin zurück und wird im Ministerbüro eingesetzt. Er gehört zu einer kleinen Gruppe junger regimekritischer Diplomaten, die 1938/39 die gegen einen Krieg gerichtete Politik des Staatssekretärs Ernst von Weizsäcker unterstützen. Kurz nach Kriegsbeginn wird Legationsrat Brücklmeier von seinem Hausarzt wegen Defätismus denunziert, verhaftet, von Reinhard Heydrich dem Chef des Reichssicherheitshauptamtes persönlich verhört, und schließlich im Rahmen eines Disziplinarverfahrens in den Ruhestand versetzt. Im Widerstand ist er eng befreundet mit Ulrich-Wilhelm Graf von Schwerin von Schwanenfeld und dem Diplomaten Albrecht von Kessel. Er vermittelt Kontakte zwischen Goerdeler, Leuschner, Maass, Stauffenberg und seinem ehemaligen Vorgesetzten aus Teheran, Botschafter Friedrich-Werner Graf von der Schulenburg. Sieben Tage nach dem gescheiterten Staatsstreichversuch vom 20. Juli 1944 in Prag festgenommen, verurteilt ihn der „Volksgerichtshof“ am 29. September zum Tode. Am 20. Oktober wird er in Berlin-Plötzensee ermordet.

Literatur

  • Detlef Graf von Schwerin: "Dann sind's die besten Köpfe, die man henkt". Die junge Generation im deutschen Widerstand, München 1991
  • Friedrich Freiherr Hiller von Gaertingen und Klaus Peter Reiß: Die Hassel Tagebücher 1938-1944. Ulrich von Hassel. Aufzeichnungen vom Andern Deutschland. Nach der Handschrift revidierte und erweiterte Ausgabe. Berlin 1988
  • Marion Thielenhaus: Zwischen Anpassung und Widerstand. Deutsche Diplomaten 1938-1941. Die politischen Aktivitäten der Beamtengruppe um Ernst von Weizsäcker im Auswärtigen Amt. Paderborn 1984