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Clemens August Graf von Galen

16. März 1878 - 28. März 1946
Clemens August Graf von Galen Clemens August Graf von Galen 

Clemens August Graf von Galen entstammt einer katholischen Adelsfamilie. Nach dem Theologiestudium empfängt er 1904 die Priesterweihe und wird 1933 zum Bischof von Münster ernannt. Galen gilt als national und konservativ. Dies hält ihn jedoch nicht davon ab, sich schon 1934 gegen Angriffe der Nationalsozialisten auf die Kirche, katholische Vereine und Schulen zu wehren. Immer wieder brandmarkt er öffentlich nationalsozialistische Übergriffe und Unrechtstaten. Er gilt neben dem Berliner Bischof Konrad Graf von Preysing als wichtiger Wortführer der innerkirchlichen Opposition. Im Sommer 1941 hält Galen drei berühmt gewordene Predigten, in denen er die Terrormethoden der Gestapo, die Morde an Patienten von Heil- und Pflegeanstalten und die staatliche Beschlagnahme von Klöstern öffentlich anprangert. Die Predigten finden im In- und Ausland große Verbreitung. Sie werden vom Londoner Rundfunk gesendet, als Flugblätter von alliierten Flugzeugen abgeworfen und von vielen Deutschen abgeschrieben und verbreitet. Die Nationalsozialisten wagen jedoch nicht, den beliebten Bischof von Münster zu verhaften. Galen überlebt das Kriegsende und wird kurz vor seinem Tod 1946 zum Kardinal ernannt.

Literatur

  • Joachim Kuropka (Hrsg.): Bischof Clemens August Graf von Galen. Menschenrechte – Widerstand – Euthanasie - Neubeginn. Münster 1998
  • Joachim Kuropka (Hrsg.): Clemens August Graf von Galen. Neue Forschungen zum Leben und Wirken des Bischofs von Münster. 2. Aufl., Münster 1993
  • Peter Löffler (Bearb.): Clemens August von Galen: Akten, Briefe und Predigten 1933-1946. 2 Bd., 2., erw. und durchges. Aufl., Paderborn u.a. 1996