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Carl Langbehn

06. Dezember 1901 - 12. Oktober 1944
Carl Langbehn Carl Langbehn 

Der Berliner Rechtsanwalt Carl Langbehn - seit Mitte der dreißiger Jahre entschiedener Gegner des Nationalsozialismus - kooperiert mit dem bürgerlichen Widerstand. Seit Frühjahr 1940 kennt er Johannes Popitz. Langbehns Kontakte zum Amt Ausland/Abwehr beim Oberkommando der Wehrmacht ermöglichen ihm Reisen ins Ausland. Gleichzeitig verfügt er über gute Beziehungen zu Heinrich Himmler. Die Töchter beider sind Klassenkameradinnen. Popitz und Langbehn glauben, vermutete Meinungsverschiedenheiten innerhalb der nationalsozialistischen Führung für die Zwecke der Opposition nutzen zu können. Deshalb vermittelt Langbehn im August 1943 ein Gespräch zwischen Popitz und Himmler. Doch bleibt Himmlers Verhalten unergründlich. Nach einer Reise in die Schweiz wird Langbehn wegen seiner Kontakte zu Allen W. Dulles und dem amerikanischen Geheimdienst im September 1943 von der Gestapo verhaftet. Nach dem 20. Juli 1944 verurteilt ihn der Volksgerichtshof am 3. Oktober 1944 zum Tode. Am 12. Oktober 1944 wird Carl Langbehn in Berlin-Plötzensee ermordet.

Literatur

  • Allen W. Dulles: Verschwörung in Deutschland. Zürich 1948
  • Hedwig Maier: Die SS und der 20. Juli. In: Vierteljahreshefte für Zeitgeschichte, 14. Jg., 1966 S.299-316
  • Peter Hoffmann: Widerstand, Staatsstreich, Attentat. Der Kampf der Opposition gegen Hitler. 4. Auflage, München 1980
  • Ulrich von Hassel: Die Hassel-Tagebücher 1938-1944. Aufzeichnungen vom Anderen Deutschland. Berlin 1988