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Carl Dietrich von Trotha

25. Juni 1907 - 28. Juni 1952
Carl Dietrich von Trotha Carl Dietrich von Trotha 

Als Vetter Helmuth James Graf von Moltkes verbringt der Offizierssohn Trotha seine Kindheitsjahre auf Gut Kreisau bei Schweidnitz in Schlesien. Früh bekannt geworden mit den Gedanken der Pfadfinderbewegung, prägen die Eindrücke seiner Auslandsfahrten seine Einstellung zugunsten der europäischen Einigung. 1925 beginnt Trotha Rechtswissenschaft sowie Wirtschafts- und Sozialwissenschaften zu studieren. Nach der wirtschaftswissenschaftlichen Promotion 1933 und dem Assessorenexamen tritt er in den Dienst des Reichswirtschaftsministeriums, wo er sich mit Problemen der Erzeugungs- und Versorgungsplanung befasst. Hier findet er auch Zugang zu Gleichgesinnten wie etwa zu seinem Kollegen Arvid Harnack sowie zu seinem Studienfreund Harro Schulze-Boysen. Im Kreisauer Kreis trägt Trotha ebenso wie seine Ehefrau Margarete Bartelt maßgeblich zum wirtschaftspolitischen Gedankengebäude bei. Zusammen mit Horst von Einsiedel verfasst er die Denkschrift „Die Gestaltungsaufgaben der Wirtschaft“. Häufig finden die Zusammenkünfte der Kreisauer Arbeitsgruppe für Wirtschaftsfragen in der Wohnung Trothas in Berlin-Lichterfelde statt. Wohl weil Carl Dietrich von Trotha an den Kreisauer Haupttagungen nicht teilnimmt, bleibt er nach dem gescheiterten Umsturzversuch vom 20. Juli 1944 von der Gestapo unentdeckt. Er überlebt das Kriegsende und lehrt von 1948 bis zu seinem Unfalltod 1952 in den USA an der Deutschen Hochschule für Politik in Berlin.

Literatur

  • Moltke-Almanach. Band 1. Die Herkunft der Mitglieder des engeren Kreisauer Kreises. Das biographische und genealogische Bild einer Widerstandsgruppe. Hrsg. von der Moltke-Stiftung. Berlin 1984, S. 148 ff.