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Alfred Andreas Heiß

18. April 1904 - 24. September 1940
Alfred Andreas Heiß Alfred Andreas Heiß 

Alfred Andreas Heiß wächst im oberfränkischen Triebenreuth auf und geht 1930 nach Berlin, wo er im Justizdienst tätig ist. Als gläubiger Katholik lehnt Heiß den Nationalsozialismus entschieden ab und äußert sich offen gegen die nationalsozialistische Kirchenpolitik und Weltanschauung. Nach einem Besuch in seinem Heimatort wird er im September 1934 wegen angeblicher staatsfeindlicher Äußerungen denunziert, von der Gestapo verhört und zehn Wochen im KZ Columbia-Haus inhaftiert. Im Juni 1935 findet er zunächst Arbeit im Steuerbüro des Gesamtverbandes der Berliner katholischen Kirchengemeinden, 1936 wird er wieder in den Staatsdienst übernommen. Die religiöse Selbstbehauptung der Katholiken gegenüber dem NS-Regime bleibt auch jetzt sein zentrales Anliegen. Als Heiß im Juni 1940 nach Glogau zur Wehrmacht einberufen wird, verweigert er den „Hitlergruß” und das Tragen der mit dem Hakenkreuz versehenen Uniform. Er wird festgenommen und erklärt, dass er den Wehrdienst für das nationalsozialistische Deutschland ablehnt, da der NS-Staat antichristlich eingestellt sei. Heiß wird am 20. August vom 1. Senat des Reichskriegsgerichts wegen „Zersetzung der Wehrkraft” zum Tode verurteilt und am 24. September 1940 in Brandenburg-Görden ermordet.

Literatur

  • Alwin Reindl: Alfred Andreas Heiß. Allein gegen den Nationalsozialismus. Bamberg 2003
  • Norbert Haase: Das Reichskriegsgericht und der Widerstand gegen die nationalsozialistische Herrschaft. Hrsg. von der Gedenkstätte Deutscher Widerstand mit Unterstützung der Senatsverwaltung für Justiz. Berlin 1993, S. 80ff.
  • Renate Daum: „... starb mutig und aufrecht als wahrer Märtyrer.“. In: Heinrichsblatt. Kirchenzeitung für das Erzbistum Bamberg, Nr. 38 vom 23.9.1990, S. 14f.