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Albrecht Haushofer

07. Januar 1903 - 23. April 1945
Albrecht Haushofer Albrecht Haushofer 

Als Sohn des einflussreichen Geopolitikers Karl Haushofer versucht der Geograph Albrecht Haushofer nach der nationalsozialistischen Machtübernahme, die außenpolitischen Vorstellungen von Hitlers engem Vertrauten Rudolf Heß zu beinflussen. Von 1928 bis 1940 ist Albrecht Haushofer Generalsekretär der Gesellschaft für Erdkunde, seit 1940 Professor für politische Geographie und Geopolitik. Er lehrt in Berlin an der Hochschule für Politik und an der Auslandswissenschaftlichen Fakultät der Friedrich-Wilhelms-Universität. Nach dem Englandflug von Heß im Mai 1941 wird Haushofer zunächst verhaftet und auch nach seiner Freilassung überwacht. Dennoch kann er Verbindung zu konservativen Widerstandskreisen aufnehmen und sich an den Planungen für eine Reichs- und Verwaltungsreform beteiligen. Nach dem gescheiterten Umsturzversuch vom 20. Juli 1944 verbirgt sich Albrecht Haushofer in Bayern. Mitte Dezember 1944 spürt ihn die Gestapo auf. Albrecht Haushofer wird in der Nacht zum 23. April 1945 von einem Sonderkommando des Reichssicherheitshauptamtes in der Nähe des Berliner Gefängnisses in der Lehrter Straße erschossen. Während der Haft im Gefängnis Moabit dichtet Haushofer zahlreiche Sonette, die nach seiner Ermordung auf dem Gelände des Lehrter Bahnhofs gefunden werden. Sie gehören zu den eindrucksvollsten Zeugnissen des Widerstands gegen den Nationalsozialismus.

Literatur

  • Albrecht Haushofer: Moabiter Sonette. Ebenhausen 1999 (Nachdruck)
  • Ernst Haiger/Amelie Ihering/Carl Friedrich von Weizsäcker: Albrecht Haushofer. Ebenhausen 2002
  • Rainer Hildebrandt: Wir sind die Letzten. Aus dem Leben des Widerstandskämpfers Albrecht Haushofer und seiner Freunde. Neuwied 1949